
Die Deutsche Bahn führt derzeit umfangreiche Bauarbeiten an der Bahnstrecke Husum-Niebüll durch, die Autofahrer bis Ende März zur Umplanung von Fahrten zwingt. Neben Kabeltiefbau- und Verlegearbeiten werden mehrere Bahnübergänge in der Region gesperrt. Diese Sperrungen sind örtlich ausgeschildert und betreffen sowohl tagliche als auch nächtliche Zeiten. Insbesondere die Bahnübergänge in Bargum, Dörpstraat, Bongsieler Kanal, Husum-Schobüll, Langenhorn, Risum-Lindholm und Sande bleiben zwischen dem 10. und 31. März vorübergehend geschlossen. Teilweise sind nächtliche Sperrungen von 21:30 bis 4:30 Uhr angesetzt, während die Sperrung des Übergangs Husum-Schobüll vom 17. bis 18. März von 7 Uhr bis 18 Uhr gültig ist.
Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Umrüstung des Streckenabschnitts von Langenhorn bis Morsum auf moderne Elektronische Stellwerke (ESTW), die die Störanfälligkeit der vorhandenen, mechanischen Stellwerke verringern sollen. Die bisher genutzten mechanischen Stellwerke stammen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und haben das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer erreicht, was zu häufigen Störungen führt. Die Bauarbeiten umfassen auch den Bau von fünf neuen Technikgebäuden in Modulbauweise, Kabeltiefbauarbeiten auf einer Strecke von 70 Kilometern sowie die Errichtung von etwa 160 neuen Signalen und den Umbau mechanischer Schrankenanlagen zu automatischen Systemen.
Investitionen in die Infrastruktur
Zusätzlich zu den Sperrungen kündigte die Deutsche Bahn eine Investition in die Modernisierung der Infrastruktur an, um die Stabilität und Zuverlässigkeit des Bahnbetriebs zu erhöhen. Dazu gehören auch die Erneuerungen der Stellwerkstechnik, die Abschnittsweise stattfinden. Langfristig plant die Deutsche Bahn, in Niebüll, Tönning und Westerland Elektronische Stellwerke zu errichten, um den Zugverkehr zentraler steuern zu können.
Die Inbetriebnahme des ESTW in Niebüll ist für das Jahr 2026 vorgesehen. Geplant sind vier Bauabschnitte, die unter anderem die Modernisierung von Signalanlagen, Kabelarbeiten und den Bau neuer Gleisanlagen umfassen. Die Bauarbeiten an der Strecke werden zwar nicht unter dem zweigleisigen Ausbau der Abschnitte Niebüll-Klanxbüll und Morsum-Tinnum durchgeführt, jedoch bei der Planung des ESTW berücksichtigt, was zu einer flexibleren Gestaltung des Zugverkehrs bei Bauarbeiten oder Störungen führen soll. Während der Bauarbeiten ist mit kurzfristigen Einschränkungen im Zugverkehr zu rechnen, insbesondere in den Nachtstunden, wie auch shz.de und deutschebahn.com berichten.