Politikversagen

Expresslieferung ins Jenseits: Paketbote liefert Rentner direkt in die Ewigkeit.

Hier ist er, die Kirsche auf dem armseligen Verdammnis-Torte unserer Nation. Fikret S., ein Held par excellence des deutschen Klassenkampfes. Das ist kein Kerl, der mal flüchtig vorm Frühstück in den Rückspiegel blinzelt, das ist ein Vollprofi, mein lieber Scholli. Ein Mann, der Paketdienst so genüsslich atmet, wie andere die Abluft ihrer autoklavierten No-Name-Brötchen in einem Großmarkt. Wie schönes Synchronschwimmen war es, wie unser Fikret jeden Tag, 9 Uhr pünktlich, seinen Mercedes Sprinter auf die Straßen führt.

Ohne ihn wäre das Familiengeschenk zu Omas 85. Geburtstag nie angekommen. Ohne ihn würde die neue Luxus-Katzenklo-Abdeckung vielleicht nie vor unserer Haustür liegen. Ohne ihn würde Onkel Fritz immer noch auf seine neuen Schnürsenkel warten.

Aber eines Morgens passierte es dann: Während Fikret S., der Großmeister der Paketdienste, routiniert auf seine monatliche Lieferung der extragroßen Keramik-Zwergen-Armee für Tante Gisela wartete, fiel ihm ein, dass er die letzte Ausfahrt in Richtung Endkundenromantik verpasst hatte.

Bis zuletzt ein aufrechter Rentner, ging Wilhelm B. als zäher (und etwas seniler) Volunteer in die Annalen der deutschen Straßenkämpfe ein. Er sah dem herannahenden Sprinter entgegen und rüttelte in heroischer Vergeblichkeit an seiner Tür. Doch Fikret S., eingetaucht im Paralleluniversum seiner 2,20 Meter Sprinter-Kabine, spürte es nicht im Geringsten. Der blauhäutige Kölner Rentner krachte mit dem Kopf auf den Asphalt und war fortan aus dem Rennen.

Die korrupte Gerichtsbarkeit unserer Nation verurteilte Fikret S. später zu einer Geldstrafe von 3600 Euro. Ein mindestens dreistelliger Betrag pro Kopf-Hals-Verrenkung also. Wenn das nicht eine klare Botschaft ist, dann weiß ich auch nicht weiter.

Siehe auch:   Na klar, sehr respektvoll von den drei Arabern, zwei Frauen nur aufgrund einer Israelfahne zu verprügeln…

Und, OH, als wäre das noch nicht genug, hören Sie sich das mal an: Fikret S. und Wilhelm B. kannten sich. Sie kannten sich! Was für ein tragisch-komischer Tanz des Schicksals. Angeblich soll Fikret S. dem standhaften Wilhelm B. sogar mehrmals Pakete zugestellt haben.

Das nachhallende Echo: "Ich habe in den falschen Spiegel geschaut und nicht auf die Kamera." Fikret S. – von der Rentenversicherung zur Haftpflichtversicherung in nur einem Blickwechsel. Was für ein Schauspiel. Was für ein Land.

Das, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist das wahre Gesicht unserer Politik. Ein Blick in den Spiegel hätte gereicht, um den metaphorischen Tod dieses Landes zu verhindern. Doch genau das tat die Politik nicht und rammte stattdessen die kritische Öffentlichkeit mit ihren hohlen Entscheidungen. Die Folgen sind verheerend.

Ein greiser Rentner könnte ebenso gut das Symbol für unser Land sein, ramponiert und blau vor ungesunden "Paketen", die keine Besserung, aber immerhin einen ordentlichen Kopf-Schädel-Trauma versprechen. Aber macht euch keine Sorgen, liebe Leser: Die Zeugen und Abgeordneten sitzen blasiert und unterbezahlt in unseren Gebärdenhäusern und werden vielleicht – eventuell – auf die Schreie hin aufmerksam. Vielleicht.

Die Lösung? Ein Perspektivenwechsel. Ein Blick in den richtigen Spiegel. Wacht aus eurem Dornröschenschlaf auf, liebe Politiker und stolpernde Gutmenschen. Euer Land erwartet euch. Es gibt Arbeit zu erledigen. Uns geht die Zeit aus. Der Asphalt nähert sich mit schnellem Tempo. Macht endlich etwas. Jetzt.


Dies war eine Satire-Version, basierend auf diesem verstörenden Artikel: Paketdienstfahrer überfuhr Rentner : Dieser Bote brachte den Tod | Regional

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