
Am 24. März 2015 stürzte Germanwings-Flug 9525 in den französischen Hochalpen ab, wobei alle 150 Insassen, darunter 16 Schülerinnen und Schüler einer deutschen Gymnasialklasse, ums Leben kamen. Die Maschine war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf. Der damalige Bürgermeister von Prads-Haute-Bléone, Bernard Bartolini, beschrieb die ursprüngliche Information über den Absturz als „Alptraum“ und „Apokalypse“ für einen Bürgermeister. Die lokale Bevölkerung zeigte große Hilfsbereitschaft und öffnete ihre Türen für die Angehörigen der Opfer.
Bartolini betonte, dass die Narbe des Unglücks nicht verheilt sei und sein Leben sowie das Leben der Gemeinde geprägt habe. Regionalbeamtin Sandra Cortini-Connors berichtete von zahlreichen Hilfsangeboten, darunter Unterkünfte und Dolmetscherdienste. Zudem schilderte ein Pilot eines Kampfjets, der zur Suche nach dem Airbus aufstieg, die Zerstörung am Absturzort. Ermittler glauben, dass der psychisch kranke Co-Pilot Andreas Lubitz den Absturz absichtlich herbeiführte.
Ungeklärte Fragen und neue Theorien
Eine neue Doku-Serie mit dem Titel „Germanwings – was geschah an Bord von Flug 9525?“ stellt die Ergebnisse der französischen Ermittlungen in Frage. Der österreichische Aviatik-Experte Simon Hradecky, der die Doku recherchierte, kam zu dem Schluss, dass ein technischer Defekt der Grund für den Absturz gewesen sein könnte. Hradecky betont, dass Lubitz kein Selbst- und Massenmörder gewesen sei, und verweist auf eine mögliche Fehlfunktion des Bordcomputers, die die Flughöhe des Airbus A320 in nur einer Sekunde geändert haben könnte.
Darüber hinaus gibt es Theorien, dass Lubitz wegen verunreinigter Atemluft bewusstlos wurde und der Kapitän den Code zur Öffnung der Cockpittür nicht eingeben konnte, weil die Tastatur kaputt war. Lufthansa, die damalige Besitzerin von Germanwings, weist die Zweifel an den Untersuchungsergebnissen zurück. Hradeckys Theorien sind innerhalb der Branche umstritten; Fachjournalist Patrick Huber hat die Beweise von Hradecky Experten vorgelegt, die diese als unplausibel erachten.