
Ein 68-jähriger Mann aus Rellingen steht vor einer schweren Entscheidung, nachdem ein Tastbefund bei einem Urologen den Verdacht auf Prostatakrebs geweckt hat. Wie shz.de berichtete, könnten zusätzliche Diagnoseverfahren Gewissheit bringen, jedoch muss der Mann die Kosten dafür privat tragen. Da er sich die finanziellen Mittel für die notwendigen Untersuchungen nicht leisten kann, sieht er sich in einer schwierigen Lage.
Prostatakrebs ist laut klinikkompass.com die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland, wobei jährlich mindestens 60.000 Männer erkranken. Der Tumor entsteht durch unkontrollierte Zellteilung in der Prostata, mit Risiken, die insbesondere durch das Alter und familiäre Vorbelastungen steigen. Frühzeitige Symptome sind häufig nicht vorhanden, sodass die Beschwerden meist erst bei größerem Tumor auftreten. Mögliche Symptome können unter anderem Störungen beim Wasserlassen und Blut im Urin oder Samenflüssigkeit sein.
Diagnosemöglichkeiten und Herausforderungen
Die Diagnose beginnt üblicherweise mit einem Gespräch beim Urologen, gefolgt von verschiedenen Untersuchungsmethoden. Hierzu zählen Tastuntersuchungen, Bluttests zur Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) sowie bildgebende Verfahren. Der Gleason-Score hilft außerdem bei der Bestimmung der Tumoraggressivität. Urologen unterscheiden bei der Erkrankung zwischen drei Krankheitsstadien, wobei lokal begrenzter Prostatakrebs die besten Heilungschancen bietet.
Eine wichtige Rolle in der Früherkennung kommt dem PSA-Test zu, der jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Dies kritisiert auch Prof. Jost von Hardenberg, Facharzt für Urologie am Urologie Zentrum Kiel, da dadurch Männer, die sich den Test nicht leisten können, benachteiligt werden. Sie erhalten lediglich die grundlegendevorsorge durch Tastuntersuchung, während der PSA-Test als bedeutender erster Schritt in der Früherkennung gilt.