
Am Landgericht Lübeck hat am 21. März 2025 der Mordprozess gegen einen 60-jährigen Mann begonnen. Der Angeklagte gestand, am 28. September 2024 in einem Wald in Büchen auf seine Ex-Frau geschossen zu haben. Er feuerte fünf Schüsse ab, nachdem ihm ein Gericht einen Zugewinnausgleich von über 1,6 Millionen Euro zugesprochen hatte. Die Anklage erhebt gegen den Mann den Vorwurf des Mordes aus Heimtücke.
Der Angeklagte, ein vermögender Unternehmer, war seit 1988 mit der später getöteten Mutter seiner vier Kinder verheiratet. Nach der Tat stellte er sich der Polizei. Der leblosen Körper der Frau wurde in der Nähe eines Spazierweges zwischen Witzeeze und Büchen aufgefunden. Nach Angaben von Zeugen gab es am Tattag Knallgeräusche. Staatsanwalt Nils-Broder Greve beschrieb den Angeklagten als herrisch und gewalttätig. Sein Verteidiger wies dagegen darauf hin, dass die Vorwürfe eines Femizids ohne Beweise übernommen wurden. Der Prozess wird fortgesetzt, zunächst sind zehn weitere Termine angesetzt.
Hintergrund zu geschlechtsspezifischer Gewalt
In einem weiteren Zusammenhang thematisiert ein Artikel auf buten un binnen geschlechtsspezifische Gewalt und die verschiedenen Formen, die diese annehmen kann. Der Fokus liegt unter anderem auf einem Prozess gegen einen Bundeswehrsoldaten vor dem Landgericht Verden. Experten erklären die Denkmuster hinter Gewalt gegen Frauen sowie Femiziden und deren Stellvertreter-Femiziden, die die Tötung von Personen umfassen, die der Ex-Partnerin wichtig sind, aus frauenfeindlichen Motiven. Diese Psychische Gewalt wird als ein Teil des Stellvertreter-Femizids betrachtet.
Leider liegen keine offiziellen Zahlen zu Stellvertreter-Femiziden vor, jedoch wird berichtet, dass etwa 12 Prozent der Femizide in Deutschland weitere Opfer, wie Kinder, betreffen. Femizide sind Tötungsdelikte, bei denen Frauen aufgrund eines patriarchalen Weltbildes getötet werden, oft durch Partner oder Ex-Partner. Ein geschlechtsspezifisches Macht- und Hierarchieverständnis der Täter wird als eine der Ursachen hierfür genannt. In Bremen wurden zwischen 2019 und 2023 neun vollendete Femizide registriert.