
In Schleswig-Holstein sind 23,7 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre. Trotz dieser hohen Zahl stellen ältere Menschen eine weniger gefährliche Gruppe im Straßenverkehr dar, da sie weniger Verkehrsunfälle verursachen als jüngere Autofahrer. Bei den Unfällen sind Senioren in knapp 60 % der Fälle selbst Opfer, was auf die Unfallverteilung hinweist. Ältere Fahrer neigen dazu, oft kürzere Strecken zu fahren und Autobahnen zu meiden. Es ist jedoch zu beobachten, dass mit zunehmendem Alter die Schwere der Verletzungen bei Unfällen wächst.
Ein weiterer Aspekt ist der Umgang älterer Verkehrsteilnehmer mit E-Bikes, wo viele aufgrund fehlender Erfahrung unsicher sind. In dieser Thematik wird auch die Diskussion um mögliche Verpflichtungen für Fahrtauglichkeitstests oder Gesundheitschecks für ältere Autofahrer geführt. Die Landespolizei Schleswig-Holstein setzt jedoch derzeit auf Freiwilligkeit und betont die Wichtigkeit der Selbstreflexion der Fahrer. Jan Winkler von der Landespolizei unterstreicht, dass verpflichtende Gesundheitsprüfungen oder Fahrtauglichkeitstests momentan kein Thema für die Polizei sind. Im Jahr 2024 verloren 86 Menschen auf den Straßen Schleswig-Holsteins ihr Leben, vier weniger als 2023.
Fahr-Fitness-Check des ADAC
Um die Sicherheit älterer Autofahrer weiter zu fördern, bietet der ADAC einen freiwilligen Fahr-Fitness-Check an. Diese Initiative richtet sich an ältere Verkehrsteilnehmer, die ihre Fahrfähigkeiten bewerten möchten. Der Check wird von speziell qualifizierten Fahrlehrern des ADAC durchgeführt und ist kompetent, neutral und ohne Risiko für den Führerschein. Zu den Vorteilen des Checks zählen die Erhaltung und Gestaltung der Mobilität sowie die Weiterentwicklung des persönlichen Potenzials, was die Sicherheit im Straßenverkehr stärkt.
Der Ablauf des Fahr-Fitness-Checks umfasst ein persönliches Vorgespräch, eine 45-minütige Fahrt im eigenen Auto in der Region sowie eine intensive Auswertung und individuelle Beratung. Außerdem erhalten die Teilnehmer Tipps und Empfehlungen von Fachleuten. Die Kosten belaufen sich für ADAC Mitglieder auf ab 75 Euro (UVP) und für andere Interessenten auf ab 95 Euro (UVP). Interessant ist, dass der ADAC ältere Menschen nicht als Problemgruppe im Straßenverkehr betrachtet, da Statistiken des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass sie seltener an Unfällen mit Personenschäden beteiligt sind. Daher sieht der ADAC keinen Bedarf für spezielle gesetzliche Regelungen für ältere Führerschein-Besitzer.
Für weitere Informationen und zur Anmeldung können Interessierte die Verkehrsabteilung des ADAC Regionalclubs kontaktieren.