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Gericht in St. Gallen: Prozess über mögliche Verbrechen in Belarus

Prozess in der Schweiz: Mann beschuldigt belarussischen Präsidenten der Auftragsmorde

In einem historischen Prozess in der Schweiz wird erstmals über mögliche Verbrechen im Auftrag der autoritären Regierung von Alexander Lukaschenko in Belarus (auch Weißrussland genannt) verhandelt. Der 45-jährige Yury Harauski (auch Juri Garawski genannt) steht vor Gericht in der Stadt St. Gallen und gibt an, Mitglied einer Todesschwadron gewesen zu sein. Er behauptet, im Jahr 1999 an der Ermordung von drei Oppositionellen beteiligt gewesen zu sein. Dabei fällt immer wieder der Name des belarussischen Machthabers Lukaschenko, den Harauski beschuldigt, die Morde in Auftrag gegeben zu haben.

Die Menschenrechtsorganisation Viasna betrachtet den Prozess als einen Meilenstein. Pavel Sapelka, ein Führungsmitglied von Viasna im Exil, erklärt, dass alle Ermittlungen zu den schlimmen Verbrechen, die in Belarus stattfinden, für die Menschen viel bedeuten. Obwohl freie Medien in Belarus unterdrückt werden, bemüht sich die demokratische Presse, über den Prozess zu berichten.

Der Angeklagte Harauski macht widersprüchliche Aussagen vor Gericht. Er leidet seit einem Autounfall im Jahr 2008 an Verletzungen und geht mit einem Stock. Aufgrund von Schmerzen steht er während der Verhandlung immer wieder auf. Richter Olav Humbel ermahnt ihn mehrmals, lauter zu sprechen, da seine Stimme zu leise ist. Harauski reagiert besonders aufgebracht, wenn er mit Widersprüchen konfrontiert wird und behauptet, er habe nicht getötet, sondern lediglich festgenommen. Die Töchter der vermissten Oppositionellen sind ebenfalls im Gerichtssaal anwesend und leiden unter der Situation.

Am Ende der Beweisaufnahme entschuldigt sich Harauski und bereut seine Rolle zutiefst. Er betont jedoch, dass er nur ein kleines Rädchen gewesen sei und später erkannt habe, wie abscheulich seine Taten waren. Er sieht es als seine moralische Pflicht an, nicht länger zu schweigen. Das Gericht muss nun entscheiden, ob Harauski seine Rolle möglicherweise übertrieben hat, um Asyl in der Schweiz zu erhalten. Der Asylantrag wurde abgelehnt, aber Harauski wird geduldet, da ihm in Belarus Festnahme und Tod drohen.

Siehe auch:   Lukaschenkos neue Maßnahme: Keine Ausstellung von Reisepässen bei belarussischen Botschaften

Belarus wird seit 1994 von Alexander Lukaschenko regiert. Oppositionellen zufolge hat sich die Brutalität unter seiner Herrschaft zunehmend verstärkt. Nach den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020, bei denen Lukaschenko sich zum sechsten Mal in Folge zum Sieger erklären ließ, kam es zu Massenprotesten. Diese wurden mit Unterstützung von Russland niedergeschlagen. Die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten an.

FAQs

Wer steht vor Gericht in der Schweiz?

Yury Harauski, auch bekannt als Juri Garawski, steht vor Gericht in der Schweizer Stadt St. Gallen.

Was wirft er dem belarussischen Präsidenten vor?

Harauski beschuldigt den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko, die Ermordung von drei Oppositionellen im Jahr 1999 in Auftrag gegeben zu haben.

Welche Organisation betrachtet den Prozess als Meilenstein?

Die Menschenrechtsorganisation Viasna betrachtet den Prozess als Meilenstein und hebt die Bedeutung aller Ermittlungen zu den Verbrechen in Belarus hervor.

Gibt es Widersprüche in Harauskis Aussagen?

Ja, es wurden Widersprüche in Harauskis Aussagen vor Gericht festgestellt. Dabei geht es um seine Rolle bei den Morden und die Art der Beteiligung.

Was passiert, wenn Harauski in sein Heimatland abgeschoben wird?

Harauski wird geduldet, da ihm bei einer Abschiebung nach Belarus Festnahme und Tod drohen.

Wer regiert Belarus?

Alexander Lukaschenko regiert Belarus seit 1994, obwohl die EU ihn nach den Präsidentschaftswahlen 2020 nicht mehr als Präsidenten anerkennt. Oppositionellen zufolge hat sich die Brutalität unter seiner Herrschaft verstärkt.

Hinweis: Die FAQs dienen nur als Beispiel und können je nach Analyse variieren.


Gefundene Quellen für diesen Artikel: 4
Wichtigste Quelle für die Basisinformationen und Factcheck: www.berchtesgadener-anzeiger.de

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