In der Hansestadt Lüneburg wird die Zukunft der erneuerbaren Energien mit einem kühnen Schritt vorangetrieben. Der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen wird als zentraler Baustein zur Klimaneutralität angesehen. Besonders Freiflächenanlagen spielen dabei eine Schlüsselrolle. So sind die Pläne für zwei neue Solarparks auf städtischen Flächen bereits in vollem Gange. Eine Fläche befindet sich an der A 39 im Bereich Goseburg und ist bereits vergeben, während die Ausschreibung für die zweite Fläche, nördlich des Sportparks Kreideberg am Wienebütteler Weg, nun startet.

Der Verwaltungsausschuss des Rates hat einstimmig beschlossen, das Vergabeverfahren zeitnah umzusetzen. Ziel ist es, die Flächen an externe Betreiber zu verpachten, die die Anlagen planen, errichten und betreiben werden. Diese Vorgehensweise minimiert hohe Eigeninvestitionen und Risiken für die Stadt. Durch die Pachtzahlungen der externen Betreiber erzielt die Stadt nicht nur zusätzliche Einnahmen, sondern fördert auch die Erzeugung erneuerbarer Energie.

Agri-Photovoltaik in Lüneburg

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Ausschreibung, die klare Zielvorgaben enthält. Vorrang haben Angebote, die Agri-Photovoltaik ermöglichen, also die gleichzeitige Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau von Nutzpflanzen und die Installation von Solarmodulen. So bleibt der landwirtschaftliche Charakter der Flächen erhalten, während die Lüneburger:innen die Möglichkeit zur Beteiligung an diesen Projekten erhalten, etwa durch Mitwirkungs- oder Sparmodelle. Dies steht im Einklang mit dem Niedersächsischen Klimagesetz, das bis 2033 mindestens 0,5 Prozent der Landesfläche für Freiflächen-Photovoltaik fordert.

Ein Blick über die Grenzen Lüneburgs zeigt, dass Agri-Photovoltaik nicht nur hier, sondern auch anderswo auf fruchtbaren Boden stößt. In Dörverden, Niedersachsen, wird ein Pilotprojekt umgesetzt, das die gleichzeitige Produktion von Lebensmitteln und Energie testet. Hier werden senkrechte Solarmodule auf landwirtschaftlich genutzten Flächen installiert, wobei der Anbau von Kartoffeln, Möhren und Kürbis zwischen den Solarmodulen erfolgt. Dieses innovative Projekt verspricht nicht nur eine installierte Leistung von 170 kW, sondern könnte auch wegweisend für die Kombination von Photovoltaik und ökologischem Landbau in Deutschland werden.

Die Vorteile der Agri-Photovoltaik

Die Agri-Photovoltaik kann die Effizienz der Landnutzung erheblich steigern und dazu beitragen, den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft zu senken. Zudem bietet sie stabile zusätzliche Einkommensquellen für landwirtschaftliche Betriebe und erhöht deren Resilienz gegenüber Ernteausfällen. Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger und Bundesminister Cem Özdemir haben die Bedeutung dieses Konzepts unterstrichen und unterstützen es aktiv. Ein Leitfaden informiert über die Möglichkeiten, Vorteile und das Potenzial der Agri-PV, der immer wieder aktualisiert wird, um auch neue Projekte und Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.

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In Lüneburg ist die frühzeitige Bürgerbeteiligung entscheidend für den Erfolg der Umsetzung von Agri-PV. Die Stadt hat bereits geeignete Standorte identifiziert, und ein Kriterienkatalog, entwickelt von Stadtplaner:innen, Grünflächenexpert:innen und Klimafachleuten, wurde in Abstimmung mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erstellt. Die beiden genannten städtischen Standorte gelten neben privaten Grundstücken als besonders geeignet.

Mit der geplanten Ausschreibung und der Fokussierung auf Agri-Photovoltaik setzt Lüneburg ein wichtiges Zeichen für den Klimaschutz und die zukunftsfähige Energieerzeugung. Es bleibt spannend zu beobachten, wie diese innovativen Ansätze nicht nur die Stadt, sondern auch die Region und darüber hinaus beeinflussen werden.