Alarmstufe Rot: Rügen Droht der Untergang durch Klimawandel!

Greifswald steht im Mittelpunkt von Studien zum Küstenschutz und den Risiken durch den Klimawandel an der Ostsee bis 2100.

Greifswald steht im Mittelpunkt von Studien zum Küstenschutz und den Risiken durch den Klimawandel an der Ostsee bis 2100.
Greifswald steht im Mittelpunkt von Studien zum Küstenschutz und den Risiken durch den Klimawandel an der Ostsee bis 2100.

Alarmstufe Rot: Rügen Droht der Untergang durch Klimawandel!

Die Zukunft der deutschen Ostseeküste steht auf der Kippe. Wie der Nordkurier berichtet, steht die Region im Fokus intensiver Klimaforschung. Eine online zugängliche Karte der HafenCity Universität (HCU) zeigt düstere Prognosen: Bis zum Jahr 2100 könnten etwa 1160 Quadratkilometer Landfläche in Norddeutschland überflutet werden, was rund 7600 Menschen direkt bedroht. Besonders gefährdet sind flache Bodden- und Nehrungslandschaften wie große Teile von Rügen.

Ein besonders kritischer Punkt sind die Nehrungen, wie zum Beispiel die Schaabe. Deren bis zu sieben Meter hohen Dünen bieten zwar einen gewissen Schutz, doch Sturmfluten können trotzdem verheerende Schäden anrichten. Auch die Insel Hiddensee, die stark auf ihre Dünen angewiesen ist, wird von den Experten als gefährdet eingestuft. Historische Sturmfluten, wie die von 1872 auf Usedom, haben bereits gezeigt, wie schnell Katastrophen eintreten können. Aktuelle Studien zeigen, dass auch bei einem moderaten Erwärmungsszenario von nur 1,8 Grad Celsius, die Überflutungsrisiken steigen.

Küstenschutz im Fokus

Wie wichtig der Küstenschutz für die Region ist, wird auch im Bericht des Umweltbundesamts deutlich. Küstenregionen sind nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch von großer Bedeutung. Die Lebensräume am Übergang zwischen Land und Meer sind dynamisch und beherbergen viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Außerdem sind maritime Industrien, die von der Seefischerei bis zum Bootsbau reichen, wichtige Arbeitgeber in diesen Regionen.

Der Klimawandel führt hier jedoch zu zusätzlichen Herausforderungen. So wird ein Anstieg des Meeresspiegels prognostiziert, was die Gefahr von Überschwemmungen in Ästuaren und küstennahen Fließgewässern erhöhen könnte. Die Küstenerosion, etwa in Mecklenburg-Vorpommern, ist bereits sichtbar und hat hohe Kosten für Küstenschutzmaßnahmen zur Folge. Millionen Euro werden investiert, allerdings sind diese Maßnahmen oft kostspielig und müssen regelmäßig angepasst werden.

Lösungsansätze für den Küstenschutz

Eine spannende Entwicklung im Küstenschutz zeigt sich in den Erkundungen von Prüter, die weitere, naturnahe Lösungen erproben. So können Salzwiesen, die oft unterschätzt werden, eine wichtige Rolle im Küstenschutz spielen. Laut einem NDR-Bericht haben Salzwiesen die Fähigkeit, Wellen zu bremsen und die Energie von Sturmfluten zu reduzieren. Diese Pflanzen absorbieren mehr CO₂ pro Quadratmeter als Wälder, was sie nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch schützend macht.

Doch die implementierten Maßnahmen variieren stark zwischen den Bundesländern. Während in vielen Regionen Deiche die Hauptmaßnahme im Küstenschutz darstellen, nutzen nur etwa ein Viertel der Küstenanrainer Salzwiesen. Dies zeigt, dass es an Wissen und koordinierter Umsetzung fehlt, um die Küsten effektiv zu schützen. Insbesondere beim Deichausbau zeigen sich 56 Prozent der Meeresanrainer-Regionen proaktiv, während andere Gebiete hinterherhinken.

Um den Küstenschutz nachhaltig zu gestalten, müssen sowohl ökologisch als auch ökonomisch tragfähige Lösungen gefunden werden. Der Weg ist steinig, aber mit der richtigen Strategie und einem guten Händchen könnte die Ostseeküste vielleicht doch noch gerettet werden, bevor der Klimawandel sie unter Wasser setzt.