Neumünster kämpft gegen Leerstände: Bürgernetzwerk startet neue Initiative!

Neumünster kämpft gegen Leerstände: Bürgernetzwerk startet neue Initiative!
In Neumünster hat sich in den letzten Jahren viel getan, wenn es um die Belebung der Innenstadt geht. Zwei Jahre lang war ein Leerstandsmanagement aktiv, das jedoch Ende 2024 ausläuft. Dies wurde durch die Förderung des Landes Schleswig-Holstein mit 500.000 Euro aus dem Innenstadtprogramm unterstützt, um den durch die Corona-Pandemie geschädigten Einzelhandel wieder auf die Beine zu helfen. Dennoch wurde das Leerstandsmanagement von Karl-Peter Weiland vom Bürgernetzwerk Nähmaschine als ineffektiv kritisiert, weshalb die Diskussion um eine nachhaltige Lösung weitergeht. Inga Horny vom Dachverband Stadtmarketing Austria stellt die aktuellen Herausforderungen vor.
Gerade die Initiative „Stadt-Chancen“, die schon vor dem Leerstandsmanagement aktiv war, plant nun erneut, leere Verkaufsflächen durch kreative Aktionen wie Plakate und Ausstellungen in den Fokus zu rücken. Aktuell wird ein neuer Leerstand in Proppes Gang mit Kunstwerken des Künstlers Sergey Zyrin gestaltet. Dies zeigt, wie vielseitig die Ansätze sein können, um leerstehende Geschäfte neu in Szene zu setzen. Laut kn-online gibt es mittlerweile etwa 39 Leerstände in der Innenstadt, darunter 26 Einzelhandelsgeschäfte, sowie Büros und Gastronomien.
Aktuelle Situation und Herausforderungen
Die Lage in Neumünster bleibt schwierig. Die Innenstadt hat gerade einmal 45 Leerstände zu verzeichnen, die sich im Kernbereich zwischen Hauptbahnhof, Alten Rathaus und verschiedenen Veranstaltungsorten konzentrieren. Diese Fläche umfasst rund 700.000 Quadratmeter, was in etwa der Größe von 100 Fußballfeldern entspricht. Dennoch ist die Nutzung der Gebäude oft unklar, und ein Viertel der Bevölkerung lebt direkt im Stadtzentrum. Hier stellt sich die Frage: Wie kann die Innenstadt attraktiver gestaltet werden? Die aktuelle Situation im Handel und Gastgewerbe hat sich nicht merklich verbessert, was die Stadt vor große Herausforderungen stellt. Die zukunftsgerichtete Stadtplanung beschäftigt sich daher nicht nur mit der unmittelbaren Leerstandsproblematik, sondern auch mit Klimaresilienz und der Gestaltung urbaner Räume, um Extremwetterereignissen entgegenzuwirken, so ihk.de.
Besonders in der Lütjenstraße stehen viele Immobilien seit Jahren leer, deren Eigentümer möglicherweise auf eine Wertsteigerung ohne eigene Investitionen spekulieren. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass Stadtverwaltung und Stadtmarketingorganisationen gemeinsam an Lösungen arbeiten und Immobilienbesitzer beraten. In einem Interview geht Roland Gnaiger, emeritierter Universitätsprofessor, auf die Vitalisierung der Innenstadt ein und hebt hervor: „Die Verdichtung von urbanen Gebieten könnte eine Lösung sein.“
Neue Impulse sind gefragt
Zur Wiederbelebung der Innenstadt gibt es bereits erste Ansätze, wie etwa die Nutzung von Pop-up-Stores, die sich in leer stehenden Geschäften etabliert haben. Ein ehemaliger Penny-Markt wurde beispielsweise über ein Jahr lang erfolgreich als Pop-up-Store betrieben. Dies zeigt, dass auch kreative Nutzungsmöglichkeiten eine attraktive Perspektive bieten können. Die Stadt plant außerdem, die Impulse des Innenstadtprogramms in einen städtebaulichen Rahmenplan zu überführen, der langfristig die Attraktivität der Innenstadt steigern soll, wie die Fachdienstleiterin Stadtplanung, Kathrin Teichert, betont.
Markus Metzler von der Wirtschaftsagentur Neumünster hat sich intensiv mit den Eigentümern vernetzt, um einen Überblick über die Leerstände zu gewinnen. Aktuell werden zudem Programme zur Revitalisierung von Leerständen in Form von Verfügungsfonds und Urbanen Interventionen angeboten, die bis zu 40.000 Euro betragen können. Die Zukunft des Leerstandsmanagements wird dabei stark vom politischen Willen abhängen.
Die Stadt Neumünster steht also an einem entscheidenden Punkt: Es gilt, die Wünsche der Bürger und Immobilieneigentümer in die Stadtentwicklung einzubeziehen und gemeinsam an einem Konzept zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt zu arbeiten. In der Gedankenwelt von stadtmarketing.eu liegt der Schlüssel zur Revitalisierung häufig in der flexiblen Nutzung alter Gebäude und der Schaffung von Freiräumen für die Lebensqualität, besonders für jüngere und ältere Menschen.