Staatsoper Hamburg: Die Unruhenden verzaubert mit Marthaler-Inszenierung!
Erleben Sie Christoph Marthalers Inszenierung "Die Unruhenden" an der Hamburger Staatsoper, die sich mit Gustav Mahlers Werk auseinandersetzt.

Staatsoper Hamburg: Die Unruhenden verzaubert mit Marthaler-Inszenierung!
Die Hamburger Staatsoper hat am 15. Januar 2026 mit der Premiere von „Die Unruhenden“ unter der Regie von Christoph Marthaler ein spannendes Kapitel in der Operngeschichte aufgeschlagen. Die Inszenierung, die in der Werkbühne der Staatsoper aufgeführt wird, beschäftigt sich auf ganz persönliche Weise mit dem Werk des bedeutenden Komponisten Gustav Mahler, der von 1891 bis 1897 Erster Kapellmeister der Hamburgischen Staatsoper war. Die Aufführung dauert zwei Stunden und findet ohne Pause statt, was den Zuschauern eine flüssige und ununterbrochene Erfahrung bietet. Nachtkritik berichtet, dass die Inszenierung nicht nur die Musikalität Mahlers aufgreift, sondern auch humorvolle Elemente integriert, wie etwa Blutdruckmessungen und unerwartete akustische Geräusche.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Raumgestaltung, die eine interessante Mischung aus Wartesaal, Grand Hotel und Sanatorium darstellt. Mit Tischen, Stühlen und vielfältigen musikalischen sowie performativen Interaktionen wird ein Raum geschaffen, der das Verhältnis von Gefühl und Kalkül thematisiert. Diese Herangehensweise lässt das Flüchtige und Vertraute in der Kunst aufleben, was einen tiefen Bezug zu Mahlers Musik und seiner Rolle als Operndirigent herstellt. Die akustische Gestaltung, die den Klang in Zimmerlautstärke hält, sorgt dafür, dass die Zuschauer in eine intime Atmosphäre eintauchen können. Wie die Hamburgische Staatsoper betont, wird diese Inszenierung Teil einer Reihe über kreative Intendanten sein, die anlässlich des 350. Geburtstags der Staatsoper Hamburg im Jahr 2028 fortgesetzt wird.
Mahler in Hamburg
Gustav Mahler, der nicht nur als Komponist, sondern auch als Dirigent im Hamburger Stadt-Theater einen festen Platz einnahm, hat die Stadt und ihre Bühnen nachhaltig geprägt. In den Jahren, in denen er dort tätig war, leitete er zahlreiche Aufführungen und wirkte an verschiedenen Theatern wie dem Altonaer Theater und im Concerthaus Ludwig in St. Pauli. Während dieser produktiven Zeit entstanden auch zwei seiner Sinfonien, darunter die berühmte Auferstehungssinfonie, die ihren Ursprung in einer Trauerfeier im Hamburger Michel fand. Mahler war ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Hamburg und verfügte über ein breites Netzwerk an Freunden und Kollegen, mit denen er tiefgehende künstlerische Beziehungen pflegte. Hamburg Tourism hebt hervor, dass Mahler während seiner Zeit in Hamburg fast jeden zweiten Tag auftrat und ein Repertoire von rund 70 Opern dirigierte.
Die Auseinandersetzung mit Mahler ist insofern von Bedeutung, weil seine Musik in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten als “entartete Musik” diffamiert wurde, was zu einem Ausschluss seiner Werke von Aufführungen führte. Die Inszenierung „Die Unruhenden“ von Christoph Marthaler zielt darauf ab, die zeitgenössische Relevanz von Mahlers Musik und seine Reformideen in der Opernpraxis zu beleuchten. Das eindrucksvolle Konzept soll das Publikum dazu anregen, über die Verbindung von persönlichem Empfinden und kollektiven Erfahrungen in der Kunst nachzudenken und sich auf die Spuren zu begeben, die dieser bedeutende Musiker in Hamburg hinterlassen hat.
Die Inszenierung „Die Unruhenden“ bietet somit nicht nur einen tiefen Einblick in Mahlers Welt, sondern setzt auch einen Schritt in die Zukunft, indem sie die Themen Innerlichkeit und Metaphysik aufgreift, die in Mahlers Werken stets präsent waren. Die Hamburger Staatsoper bleibt somit ein lebendiger Ort der Auseinandersetzung mit dem Kulturerbe, das im Laufe der Jahre gewachsen ist und weiter wächst.