Kahlschlag bei DB Cargo: 170 Jobs fallen weg, 10 Werkstätten schließen!

Kahlschlag bei DB Cargo: 170 Jobs fallen weg, 10 Werkstätten schließen!
In einer einschneidenden Entscheidung für den Schienengüterverkehr in Deutschland hat die Deutsche Bahn-Tochter DB Cargo massive Umstrukturierungen angekündigt. Laut dem Uckermark Kurier plant das Unternehmen die Schließung von insgesamt zehn Außenstellen im gesamten Bundesgebiet, darunter auch vier in den neuen Bundesländern. Dies bedeutet den Abbau von 170 Arbeitsplätzen und die vollständige Schließung der Werkstatt in Mainz-Bischofsheim.
Die Schließungen betreffen auch wichtige Standorte wie Halle (Saale), Seelze und Oberhausen, wo künftig nur noch Lokomotiven gewartet werden. Aktuell betreibt DB Cargo 11 Instandhaltungswerke mit insgesamt 15 Außenstellen. Die Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Sanierungsplans, der darauf abzielt, mehr Effizienz zu schaffen und unprofitable Bereiche zu streichen.
Wachstum durch Spezialisierung
Die Umstrukturierung soll durch spezialisierte Teams neue Impulse setzen. DB Cargo-Chefin Sigrid Nikutta hat bereits einen strengen Sparkurs eingeleitet, um die Verluste deutlich zu reduzieren. Trotz dieser Maßnahmen verzeichnete das Unternehmen auch im ersten Halbjahr 2023 ein operatives Minus, wenngleich die Verluste verringert werden konnten.
Um den Sanierungsprozess zu unterstützen, hat die EU-Kommission eine staatliche Beihilfe in Höhe von 1,9 Milliarden Euro genehmigt, wie RND berichtet. Diese Unterstützung ist an den Erfolg eines umfänglichen Sanierungsplans gebunden, der DB Cargo bis Ende 2026 wieder in die Gewinnzone bringen soll.
Ein neues Geschäftsmodell am Horizont
Im Rahmen dieser Transformationsstrategie wird DB Cargo auch neue Geschäftsbereiche etablieren, darunter Stahl, Automobil und Chemie. Ein Modell namens „Starkes Langfahren“ soll ab Dezember eingeführt werden, um längere Fahrten mit weniger Lokführerwechsel zu ermöglichen. Der Personalabbau wird durch einen Sozialplan sowie Interessenausgleich für betroffene Mitarbeitende begleitet, wobei insgesamt 2300 Stellen abgebaut werden sollen.
Da ab 2025 kein Verlustausgleich mehr durch die Deutsche Bahn gewährt wird, befindet sich DB Cargo in einer kritischen Situation. Das Bundesverkehrsministerium hat die Entscheidung der EU-Kommission begrüßt und betont die Notwendigkeit, die wirtschaftliche Krise von DB Cargo zu überwinden. Sowohl die DB Cargo-Führung als auch Industrieverbände erhoffen sich durch die Umstrukturierung eine Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen im Schienengüterverkehr, der als umweltfreundlichere Alternative zum Straßenverkehr gilt.
Die nächsten Schritte im Prozess sind die Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat, die im September beginnen sollen. Die Schließungen und die anstehenden Änderungen werden nicht nur die Arbeitnehmer betreffen, sondern auch die Strukturen des Güterverkehrs in Deutschland grundlegend verändern. Zukünftig wird sich DB Cargo verstärkt um die Bedürfnisse von Schlüsselbranchen kümmern müssen, um langfristig erfolgreich zu sein.