Pflegeeltern im Landkreis Goslar feierten Erfolge und neue Herausforderungen

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Am 10. Dezember 2025 lädt der Landkreis Goslar zur Infoveranstaltung über Pflegefamilien und das Neonatale Abstinenzsyndrom ein.

Am 10. Dezember 2025 lädt der Landkreis Goslar zur Infoveranstaltung über Pflegefamilien und das Neonatale Abstinenzsyndrom ein.
Am 10. Dezember 2025 lädt der Landkreis Goslar zur Infoveranstaltung über Pflegefamilien und das Neonatale Abstinenzsyndrom ein.

Pflegeeltern im Landkreis Goslar feierten Erfolge und neue Herausforderungen

Am 4. Dezember 2025 fand im „Partylöwen“ in Goslar eine bedeutende Veranstaltung des Pflegekinderdienstes (PKD) des Landkreises Goslar statt. Rund 150 Pflegeeltern kamen zusammen, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Dabei waren auch Fachkräfte der Jugendhilfe sowie Kooperationspartner, darunter das Elisabethstift. Der erste Kreistag Frank Dreßler würdigte das immense Engagement der Pflegeeltern und hob die Wichtigkeit verlässlicher Pflegefamilien hervor.

Einen besonderen Dank erhielt Tanja Lousée, die seit 2008 als Pflege-mutter aktiv ist und sich auf die Betreuung von Säuglingen mit Neonatalem Abstinenzsyndrom (NAS) spezialisiert hat. Ihre Qualifizierung erfolgte durch eine Weiterbildung in den USA, was sie in die Lage versetzte, gezielt auf die Herausforderungen in der Pflege von betroffenen Neugeborenen einzugehen. Gemeinsam mit dem Landkreis wurde ein Konzept zur strukturierten Umsetzung dieser speziellen Pflege entwickelt.

Neonatales Abstinenzsyndrom im Fokus

Neonatales Abstinenzsyndrom (NAS) fällt unter die Themen, die besonders in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Es tritt bei Neugeborenen auf, die nach der Geburt Entzugserscheinungen aufgrund einer Drogenexposition während der Schwangerschaft zeigen. Laut acibademhealthpoint.com entwickeln in Deutschland etwa jedes 100. bis 200. Neugeborene NAS. Die Symptome, die meist innerhalb von 72 Stunden nach der Geburt auftreten, reichen von Zittern, durch Schreien und Schlafstörungen bis hin zu Hyperakusis und gastrointestinalen Problemen.

Die Behandlung von NAS erfordert ein interdisziplinäres Team, das sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapieansätze verfolgt, um das Wohl der betroffenen Babys zu sichern. Neben Medikation zur Linderung der Symptome sind Haut-zu-Haut-Kontakt sowie eine ruhige Umgebung entscheidend. Dies unterstützt nicht nur die physischen, sondern auch die emotionalen Bedürfnisse der kleinen Patienten, was in der Betreuung durch familiäre Pflegeeinrichtungen wie dem PKD besonders wichtig ist.

Positive Entwicklungen im Landkreis Goslar

Gabriele Meyer, die Leiterin des Pflegekinderdienstes, zog eine durchweg positive Jahresbilanz und berichtete von sechs neu gewonnenen Pflegefamilien und einem ausgeweiteten Angebot an ambulanten Beratungen. Das Engagement in Notlagen hebt sich dabei besonders hervor, da Familien bereit sind, kurzfristig Kinder aufzunehmen, die einen sicheren Ort benötigen.

Um die kontinuierliche Suche nach neuen Pflegefamilien voranzutreiben, lädt der Landkreis Goslar zu einer Informationsveranstaltung am 10. Dezember 2025, um 16:30 Uhr, im Großen Sitzungssaal des Kreishauses ein. Hier sollen Interessierte die Möglichkeit haben, sich über die Chancen und Herausforderungen der Pflegearbeit zu informieren.

Das Engagement der Pflegeeltern und die gemeinsame Arbeit mit Fachkräften sprechen für sich und zeigen, wie wichtig ein starkes Netzwerk für betroffene Kinder und ihre Familien ist. Die Unterstützung in kritischen Lebenslagen bleibt ein zentrales Anliegen des Pflegekinderdienstes und der gesamten Gemeinde.