Wildschwein-Gefahr in Goslar: Friedhof abends gesperrt!
In Goslar wird der Friedhof an der Hildesheimer Straße von 20 bis 7 Uhr gesperrt, um ein Wildschwein zu bejagen, das Schäden verursacht.

Wildschwein-Gefahr in Goslar: Friedhof abends gesperrt!
In Goslar kündigt sich eine sorgsame Angelegenheit an: Der Friedhof an der Hildesheimer Straße wird in den kommenden Nächten von 20 bis 7 Uhr gesperrt. Der Grund dafür? Ein Wildschwein treibt sein Unwesen und hat bereits frische Blumen an Gräbern beschädigt sowie den Boden umgegraben. Das Tier scheint auf der Suche nach eiweißreicher Nahrung zu sein und hinterlässt dabei erhebliche Schäden, die nicht ignoriert werden können. Die Stadtverwaltung warnt die Bürger vor der Lebensgefahr, die während der Jagd entstehen könnte, da hier möglicherweise scharf geschossen wird. Laut NDR ist die Situation in Goslar nicht die einzige: Vermehrt gibt es in der Region Probleme mit Wildschweinen.
Wildschweine scheinen ein wachsendes Problem in vielen deutschen Städten zu sein. Die Stadt Goslar hat nicht nur in diesen Tagen Versuche unternommen, das Wild zu vergrämen, sondern hat in den letzten Monaten auch eine Allgemeinverfügung erlassen. Immer häufiger gibt es Berichte über Wildschweine, die direkt in die Ortschaften vordringen und so den Anwohnern das Leben schwer machen. Dazu kommen Meldungen über andere Städte, wie Kassel, wo Wildschweine ebenfalls Schäden verursacht haben. Am Westfriedhof der Stadt wurden Rasenflächen verwüstet – glücklicherweise blieben die Gräber bislang verschont. Doch die Friedhofsverwaltung in Kassel plant, eine neue Jagdgenehmigung zu beantragen, um der Lage Herr zu werden, wie das Jäger Magazin berichtet.
Die Herausforderungen im Umgang mit Wildschweinen
Wildschweine sind nicht nur eine Herausforderung für Friedhöfe, sondern generell für das Leben in urbanen Räumen. Laut Wildtierschutz Deutschland leben schätzungsweise zwischen 1,2 und 2,2 Millionen Wildschweine in Deutschland. Diese Tiere haben sich an die menschliche Umgebung gewöhnt und suchen oft nach Nahrungsquellen in Parks und Gärten.
Eine schleichende Gefahr stellt zudem die Afrikanische Schweinepest (ASP) dar. Obwohl die Wildschweinpopulation selbst kein direktes Risiko für die Bürger darstellt, kann das Eindringen der ASP durch menschliches Handeln begünstigt werden. Die Probleme rund um die Wildschweinjagd sind also komplex und erfordern klare Strategien. Intensive Jagd allein kann nicht das Ziel der Populationsreduktion erreichen. Laut der EFSA müssen für einen Rückgang von 200 % der Bestände jährliche Abschussquoten von über 67 % gegeben sein, während die Realität bei etwa 40 % liegt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Wildschweinproblem eine vielschichtige Herausforderung darstellt, die von den Städten ernst genommen werden muss. Die Bürger in Goslar können jedenfalls gespannt sein, wie die Stadt mit der derzeitigen Situation umgehen wird. Die Sperrung des Friedhofs ist zunächst ein Schritt, um die Sicherheit zu erhöhen und die Schäden zu minimieren.