Kostenlose Menstruationsartikel in Hameln: Ein Schritt zur Gleichstellung!
Hameln plant ab Dezember 2025 kostenlose Menstruationsartikel in öffentlichen Toiletten. Ziel: Enttabuisierung und finanziellen Druck verringern.

Kostenlose Menstruationsartikel in Hameln: Ein Schritt zur Gleichstellung!
In der Stadt Hameln steht eine bedeutende Entscheidung bevor: Am 17. Dezember wird der Rat über die Einführung kostenloser Menstruationsartikel in öffentlichen Toiletten und städtischen Verwaltungsgebäuden abstimmen. Die Anfrage dafür wurde von den Fraktionen SPD, Grünen und Die Linke eingebracht und hat bereits die Zustimmung des Finanzausschusses erhalten. Der Wunsch hinter dieser Initiative ist klar: Menstruierende Personen sollen vor den finanziellen Belastungen, die mit dem Kauf von Menstruationsartikeln und anderen Hygieneprodukten einhergehen, entlastet werden. Zudem soll das Thema Menstruation, das oft mit Scham behaftet ist, enttabuisiert werden, so berichtet dewezet.de.
Wie sieht die Umsetzung aus? Die Stadt prüft verschiedene Möglichkeiten, um die Produkte zur Verfügung zu stellen, beispielsweise durch Automaten oder Spender. Zudem soll eine Kooperation mit Drogerien angestrebt werden, um die Maßnahme kosteneffizient zu gestalten. Bereits in Städten wie Wolfsburg, Heidelberg und Tübingen gibt es erfolgreiche Vorbilder für ähnliche Projekte, die als Inspiration dienen können.
Ein Angebot für Alle
Besonders hervorzuheben ist, dass nicht nur Menstruationsartikel, sondern auch Einlagen für Personen mit Blasenschwäche angeboten werden sollen. Diese Maßnahme richtet sich auch an Männer, die in ähnlichen Situationen Hilfe benötigen. Die Initiative will sicherstellen, dass jeder Zugang zu den benötigten Hygieneprodukten hat, ohne finanzielle Hürden überwinden zu müssen.
Zusätzlich zum Engagement in Hameln ist das Thema „Periodenarmut“ in Deutschland von wachsender Bedeutung. Laut einer Umfrage von Plan International aus dem Jahr 2022 empfinden viele junge Menschen die monatlichen Kosten für Menstruationshygiene als zusätzliche Belastung. Plan International hat daher die Kampagne „Another Period is Possible“ ins Leben gerufen, um den Zugang zu Menstruationsartikeln in Bildungseinrichtungen zu fördern und ein Bewusstsein für diese wichtige Thematik zu schaffen.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Bemühungen um eine bessere Menstruationshygiene sind nicht nur in Hameln zu beobachten. Am Welttag der Menstruationshygiene hat sich die deutsche Entwicklungsministerin Svenja Schulze geäußert, dass weltweit über 600 Millionen Mädchen und Frauen keinen Zugang zu grundlegenden Hygieneprodukten haben. Diese gesellschaftlichen Missstände öffnen die Türen für Initiativen wie die von Hameln, die darauf abzielen, Barrieren abzubauen und Gleichberechtigung zu fördern. Der Zugang zu Hygieneprodukten wird nicht nur als gesundheitlicher, sondern auch als sozialer Aspekt betrachtet, der entscheidend für die Teilhabe von Frauen und Mädchen am gesellschaftlichen Leben ist, berichtet bmz.de.
Während die Stadt Hameln auf dem Weg ist, eine wegweisende Entscheidung zu treffen, zeigt sich, dass der Fokus auf Menstruationshygiene wichtig und notwendig ist. Die Stimmen, die für eine Verbesserung der Situation eintreten, werden lauter, und die Hoffnung ist groß, dass bald auch in Hameln eine neue Ära der Zugänglichkeit und Akzeptanz beginnt.