Revolutionäre Methode: Bremer Forscher verbessern Sauerstoffproduktion im All!
Ein Forschungsteam der Universität Bremen entwickelt mit Magnetismus eine effiziente Sauerstoffproduktion für die Raumfahrt.

Revolutionäre Methode: Bremer Forscher verbessern Sauerstoffproduktion im All!
Am 31. August 2025 haben Wissenschaftler im Bremer Fallturm eine potenziell bahnbrechende Methode zur effizienten Sauerstoffproduktion im Weltraum entwickelt. Laut Merkur könnte diese Entdeckung nicht nur die Art und Weise verändern, wie Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS) Sauerstoff gewinnen, sondern auch zukünftige Missionen zum Mond und Mars nachhaltiger gestalten. Die Herausforderung der Lebenserhaltung in der Raumfahrt, insbesondere die zuverlässige Sauerstoffversorgung, ist mehr als nur ein technisches Problem — sie stellt eine zentrale Voraussetzung für Langzeitmissionen dar.
Aktuell basieren die Systeme zur Sauerstoffproduktion auf der ISS auf der energieaufwendigen Wasserelektrolyse, was sich als bedeutende Hürde erweist. Gasblasen haften in der Schwerelosigkeit hartnäckig an den Elektroden oder schwimmen in der Flüssigkeit, was die Produktion verlangsamt und kompliziert. Raumfahrer.net berichtet, dass die bestehenden Zentrifugensysteme schwer, wartungsintensiv und energiehungrig sind und bislang die optimale Effizienz der Elektrolyse erheblich einschränken.
Eine neuartige Lösung
Ein internationales Forschungsteam, zu dem auch das ZARM (Zentrum für angewandte Raumfahrttechnik und Mikrogravitation) der Universität Bremen gehört, hat einen neuen Ansatz entwickelt. Angeführt von Álvaro Romero-Calvo vom Georgia Institute of Technology und unterstützt von Katharina Brinkert von der University of Warwick, wurde eine Technik erforscht, die es ermöglicht, Gasblasen mithilfe von Magnetfeldern vom Elektroden abzulenken [Uni Bremen]. Diese Innovation umfasst ein passives System, das keine Zentrifugen oder mechanischen Bauteile benötigt und somit leicht und wartungsarm ist.
Die neu entwickelte Methode verwendet handelsübliche Dauermagnete, um die Interaktion zwischen Magnetfeldern und elektrischem Strom zu nutzen. Diese Wechselwirkung erzeugt eine Drehbewegung in der Flüssigkeit, die dazu beiträgt, die Gasblasen effizienter zu entfernen, was die Effizienz der Elektrolysezellen um bis zu 240 Prozent steigert. Die Forschung basiert auf vier Jahren gemeinsamer Arbeit der beteiligten Institutionen und wurde in der Fachzeitschrift Nature Chemistry veröffentlicht.
Ausblick und nächste Schritte
Die nächsten Schritte sehen Tests dieser innovativen Technologie auf Höhenforschungsraketen vor. Die Fähigkeit, Sauerstoff aus Wasser in Schwerelosigkeit zu gewinnen, könnte nicht nur die zukünftige Raumfahrt revolutionieren, sondern auch die Grundlagen für die Sauerstoffproduktion mit lokalen Ressourcen auf Himmelskörpern wie dem Mond oder Mars schaffen. Die Grundlagen dafür sind bereits bekannt, und einige Verfahren wurden sogar schon auf dem Mars getestet.
Mit Unterstützung von Institutionen wie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der NASA könnte dieser Fortschritt einen neuen Dreh in der Weltraumforschung einleiten und den Menschen erlauben, die Tiefen des Alls künftig mit deutlich weniger Ressourcen zu erkunden.