CDU kritisiert: Hamburg steckt im Schlick-Desaster fest!
Hamburg sieht sich 2025 mit einer kritischen Schlickentsorgungsproblematik konfrontiert, während die CDU Fortschritte einfordert.

CDU kritisiert: Hamburg steckt im Schlick-Desaster fest!
Die CDU-Opposition in Hamburg ist alles andere als begeistert. Mit Nachdruck kritisieren die Christdemokraten die schleppenden Fortschritte bei der Entsorgung des Schlicks aus dem Hamburger Hafen und der Elbe. Wie Welt berichtet, gibt es derzeit weder einen Zeitplan für eine Lösung in der Nordsee noch Klarheit über die Ablagerung in den umliegenden Küstenländern.
Die Situation wird zusätzlich durch die hohen jährlichen Kosten für die Sedimententsorgung kompliziert: Über 200 Millionen Euro werden aufgewendet, davon mehr als 100 Millionen Euro allein von Hamburg. Die Ablageorte für den Schlick sind weit gestreut. Zu den Standorten zählen Neßsand an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein, St. Margarethen zwischen Brokdorf und Brunsbüttel, der Lüchtergrund in der Nähe der Nordseeinsel Neuwerk und die Tonne E3 bei Helgoland. Leider sind die genannten Stellen nicht optimal, denn der Schlick wird nur zu schnell nach Hamburg zurücktransportiert.
Ein Blick auf die Herausforderungen
Vor dem Hintergrund einer steigenden Sedimentmenge, die durch die jüngste Elbvertiefung verstärkt wird, wird der Druck auf die Verantwortlichen größer. Die Hafenverwaltung (HPA) hat das Konzept eines Ingenieurs aus Cuxhaven, Jürgen Grzeskowiak, immer wieder abgelehnt. Grzeskowiak verfügt über ein neues System zur Schlickentsorgung, das er bereits patentiert hat. Sein Plan sieht vor, Bagger- und Transportschiffe zu trennen, was die Kosten um bis zu 50 Prozent senken könnte. So wären mehrere Transportschiffe an ein Baggerschiff gekoppelt, was die Effizienz steigern würde. Der Bund hat nun erstmals Gelder für dieses Konzept bewilligt, wie NDR berichtet.
Ein weiterer Knackpunkt sind die langen Transportwege zu den Verklappstellen in der Nordsee sowie der Widerstand von Betreibern konventioneller Baggerschiffe. CDU-Politikerin Antonia Goldner fordert den Hamburger Senat auf, sich endlich mit dem Reformvorschlag auseinanderzusetzen. Doch die Reaktion von Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard bleibt aus.
Probleme mit einer gemeinsamen Lösung
Ein gemeinsames Ablagerungskonzept in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) könnte eine Linderung der Probleme bringen, dies wird jedoch durch langwierige Genehmigungsprozesse verzögert. Der Streit zwischen Hamburg und den Nachbarländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein über die Ablagerungen vor Neuwerk ist nicht neu. Hamburg zahlt zurzeit rund 6,5 Millionen Euro Gebühr an Schleswig-Holstein für Ablagerungen bei Tonne E3 und der Vertrag gilt bis 2033.
Unter den gegebenen Umständen ist die Einschätzung der Situation durch den rot-grünen Senat besonders fraglich. Während die CDU den Senat für dessen positive Bewertung der Schlickbaggerei kritisiert, entstehen immer neue Fragen zur Informationspolitik, insbesondere in Hinblick auf das Antragsverfahren zur Schlickverbringung in der AWZ.
Die Herausforderung bleibt also auf dem Tisch. Eines ist sicher: Die Schlickentsorgung wird Hamburg und seine Nachbarn noch eine geraume Zeit beschäftigen.