Düstere Zwischenwelt: Ruslan und Ljudmila in Hamburg beeindruckt!

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Erleben Sie die moderne Inszenierung von Glinkas "Ruslan und Ljudmila" an der Staatsoper Hamburg - ein fesselnder Opernabend mit zeitgenössischer Lesart.

Erleben Sie die moderne Inszenierung von Glinkas "Ruslan und Ljudmila" an der Staatsoper Hamburg - ein fesselnder Opernabend mit zeitgenössischer Lesart.
Erleben Sie die moderne Inszenierung von Glinkas "Ruslan und Ljudmila" an der Staatsoper Hamburg - ein fesselnder Opernabend mit zeitgenössischer Lesart.

Düstere Zwischenwelt: Ruslan und Ljudmila in Hamburg beeindruckt!

In der Hamburger Staatsoper wurde am 9. November 2025 die Neuinszenierung von Michail Glinkas bemerkenswerter Oper “Ruslan und Ljudmila” uraufgeführt. Bei der besuchten Vorstellung am 27. November zeigt sich: Das Werk, das auf einem Gedicht von Alexander Puschkin basiert, überträgt die traditionelle Märchenoper in eine düstere Zwischenwelt. Die Regisseurinnen Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka haben hierbei ein gutes Händchen bewiesen und schaffen Raum für tiefere gesellschaftliche und individuelle Fragen.

Die Geschichte ist klassisch: Ein böser Zauberer entführt die Prinzessin an ihrem Hochzeitstag, und die Ritter müssen zahlreiche Abenteuer bestehen, um sie zurückzubringen. Bei Glinka spiegelt die Handlung nicht nur das erwachende russische Nationalgefühl von 1842 wider, sondern thematisiert auch die Coming-of-Age-Geschichte einer Generation, die nach eigenen Lebensmodellen sucht. Hier werden Fragen zu Freiheit und Sicherheit aufgeworfen, während die Herausforderungen traditioneller Erwartungen deutlich werden. Glinka kombiniert dabei musikalisch italienische Belcanto-Elemente mit slawischen, finnischen und arabischen Melodien, wodurch die Oper in ihrer Zeit einzigartig ist. Diese Aspekte werden auch in der Inszenierung eindrucksvoll transportiert, unterstützt von einer musikalischen Leitung von Azim Karimov und dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, das mit Präzision und Kraft aufspielt.

Eindrücke von der Inszenierung

Die visuelle Gestaltung beeindruckt durch Projektionen und Bildüberlagerungen, die an Anspielungen auf die späte Sowjetzeit anknüpfen und die Themen Identität, Ängste und Sehnsüchte aufgreifen. Besonders spannend wird der Kontrast zwischen den Bildräumen des Eiskunstlaufs, der für Strenge und Kontrolle steht, und den psychischen Tiefenzonen der U-Bahn sichtbar. Diese Welten spiegeln die inneren Konflikte der Protagonisten wider und verleihen der Inszenierung eine bemerkenswerte Tiefe.

Barno Ismatullaeva bringt die Rolle der Ljudmila mit ihrem klaren Sopran emotional zur Geltung, während Ilia Kazakov den verletzlichen Ruslan mit einem tragfähigen Bass verkörpert. Alexei Botnarciuc begeistert als komödiantischer Farlaf mit einem markanten Bassprofil, und Nicky Spence als Bajan/Finn trifft mit seinem hell timbrierten Tenor den Nerv des Publikums. Angela Denoke als Naina und Natalia Tanasii als Gorislawa zeigen ebenfalls, wie facettenreich die Figuren angelegt sind.

Eine Rückschau auf Glinkas Erbe

Michail Glinka selbst, der als “Vater der russischen Oper” gilt, hat mit “Ruslan und Ljudmila” ein bedeutendes Werk geschaffen, das nicht nur die russische Musikgeschichte geprägt hat. In einem historisch begeisterten Kontext, in dem die Opernkunst in Russland erst nach und nach Fuß fasste, legte Glinka mit seinen Kompositionen den Grundstein für die Entwicklung des russischen Musiktheaters. Seine Reisen nach Italien und die Begegnungen mit anderen Komponisten führten zu einer Synthese aus westlichen und slawischen Einflüssen.

Die Inszenierung an der Staatsoper Hamburg ist somit mehr als nur eine Aufführung eines klassischen Werks; sie ist eine Einladung, die Themen des Stücks neu zu hinterfragen und im Hier und Jetzt zu erleben. Mit dieser frischen und zeitgenössischen Lesart hat das Ensemble alle Voraussetzungen geschaffen, um das Publikum zu fesseln und ihm an einem Opernabend einen unvergesslichen Erlebnisraum zu bieten. Ein bemerkenswerter Abend, zeugen nicht nur die Darbietungen, sondern auch die Thematik von einer Relevanz, die weit über die Musik hinausgeht.

Für weitere Informationen über die Inszenierung und den Spielplan der Staatsoper Hamburg besuchen Sie die offizielle Seite der Hamburgischen Staatsoper sowie die Beiträge auf Der Opernfreund. Interessierte können auch die Ausführungen auf Oper für Alle lesen, um mehr über die Hintergründe der russischen Opernkultur zu erfahren.