Neuer Schwung für die Grünen: Rudow und Freitag an der Spitze!

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Lydia Rudow und Gazi Freitag wurden am 21.11.2025 in Neumünster an die Spitze der Grünen in Schleswig-Holstein gewählt.

Lydia Rudow und Gazi Freitag wurden am 21.11.2025 in Neumünster an die Spitze der Grünen in Schleswig-Holstein gewählt.
Lydia Rudow und Gazi Freitag wurden am 21.11.2025 in Neumünster an die Spitze der Grünen in Schleswig-Holstein gewählt.

Neuer Schwung für die Grünen: Rudow und Freitag an der Spitze!

In Neumünster fand am Samstag ein Parteitag der Grünen Schleswig-Holstein statt, bei dem die Neuwahlen für die Führungsriege auf der Tagesordnung standen. Inmitten von harmonischen Klängen und einigem Gesang wurden Lydia Rudow und Gazi Freitag zu den neuen Vorsitzenden gewählt. Diese Wahl könnte sich als entscheidend für die Zukunft der Partei im Bundesland erweisen.

Lydia Rudow erhielt 94 von 117 Stimmen und damit 80 Prozent der Delegierten, während 16 Mitglieder gegen sie stimmten. Gazi Freitag wurde mit 89 Stimmen und 76 Prozent im Amt bestätigt. Rudow tritt die Nachfolge von Anke Erdmann an, die nicht erneut zur Wahl antrat und in ihrer Abschiedsrede den Zusammenhalt und offene Diskussionen mit politischen Gegnern betonte. Sie ist mit dem Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer verheiratet, der als Spitzenkandidat der SPD bei den kommenden Landtagswahlen gegen CDU-Ministerpräsident Daniel Günther antreten wird. Um einen innerfamiliären Wahlkampf zu vermeiden, gab Erdmann ihren Rückzug bekannt.

Ein neues Team für frische Impulse

Der neue Vorsitzenden wird mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. In den letzten Jahren war Lydia Rudow vor allem als Lehrerin für Geografie und Physik aktiv, bringt jedoch auch langjährige Erfahrung in verschiedenen Positionen bei den Grünen mit, darunter als Landesvorsitzende der Grünen Jugend und als Fraktionsvorsitzende im Kieler Stadtrat. Ihr Kollege Freitag, der seit 2022 bereits als Landesvorsitzender der Nord-Grünen tätig ist, verfolgt das Ziel, die Mitgliedschaft der Grünen, die von 6.250 auf über 8.500 angestiegen ist, weiterhin zu aktivieren und zu stärken.

Freitag sieht den Erfolg der Partei besonders in der Basisarbeit und möchte, dass die Politik für alle verständlich und zugänglich ist. „Wir wollen die Menschen stärken, anstatt sie zu belehren“, betonte er in seiner Antrittsrede. In einer Zeit, in der der politische Wind rauer wird, zeigt die Grüne Partei, dass sie gewillt ist, sich den Herausforderungen zu stellen und aktiv für ihre Anliegen einzutreten. Fraktionschef Lasse Petersdotter äußerte Unzufriedenheit über die Ergebnisse der Bundestagswahl und beschrieb die politische Landschaft als tumultartig.

Zum Scheitern verurteilt? Herausforderungen meistern!

Die Diskussionen über dringende Themen wie Rente, Kitas und Kinderschutz stehen für die Partei ebenfalls auf der Agenda. Besonders kontrovers dürfte das Thema Verteidigung werden, das unterschiedliche Meinungen hervorrufen wird. Ein gemeinsamer Antrag der CDU, Grünen, SPD und SSW zur Umbenennung von Straßennamen in Kiel zeigt, dass es auch Punkte der Zusammenarbeit gibt, während die FDP nicht beteiligt ist.

Auf nationaler Ebene haben die Grünen schon längst ihren Platz im politischen System gefestigt. Zu den Erfolgen der vergangenen Jahre zählt unter anderem die Tatsache, dass sie Ende 2022 in mehr Ländern Regierungsverantwortung trugen als SPD und Union. Dennoch stehen sie aufgrund innpolitisch rauer Winde immer wieder vor Herausforderungen. Wie es aussieht, sind sie gut gerüstet, um gegenwärtige und zukünftige Hürden zu meistern. Indem sie den Fokus auf den Austausch mit den Bürger:innen legen, könnten sie ihrer Wählerschaft, die zunehmend diverser wird, entscheidende Impulse geben.

Die Wählerschaft der Grünen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Heute sind die Wähler überwiegend gut ausgebildet und sozial gehoben, doch der Anteil der älteren Wähler bleibt gering. Eine neue Generation wählt die Grünen nicht nur aufgrund politischer Überzeugungen, sondern auch aus Lifestyle-Gründen. Das zeigt, dass die Grüne Partei in der modernen Gesellschaft eine bedeutende Rolle einnimmt und auf dem richtigen Weg ist, auch die jüngeren Wähler wieder verstärkt für sich zu gewinnen.

Für die kommenden Jahre könnte die Kombination aus frischem Team und einer strategischen Ausrichtung, die sich auf die Mitglieder und die Bevölkerung konzentriert, entscheidend sein, um die Grünen in Schleswig-Holstein weiter zu etablieren und erfolgreich zu machen. In einer Zeit, in der das politische Klima immer herausfordernder wird, haben Rudow und Freitag die nötige Weichenstellung vorgenommen, um die Grünen auf Erfolgskurs zu halten.

Für weitere Details zu den Wahlen und den Hintergründen der neuen Vorsitzenden lesen Sie mehr bei n-tv und NDR. Informationen zur Wählerschaft und den Wahlergebnissen der Grünen finden Sie bei der Bundeszentrale für politische Bildung.