Lärmkrieg in Hedwigshof: Tempo 100 sorgt für immer mehr Stress!

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Anklam kämpft gegen Lärm durch Tempolimit-Diskussion. Bürgermeister informiert über Klagen und gesundheitliche Auswirkungen.

Anklam kämpft gegen Lärm durch Tempolimit-Diskussion. Bürgermeister informiert über Klagen und gesundheitliche Auswirkungen.
Anklam kämpft gegen Lärm durch Tempolimit-Diskussion. Bürgermeister informiert über Klagen und gesundheitliche Auswirkungen.

Lärmkrieg in Hedwigshof: Tempo 100 sorgt für immer mehr Stress!

In der kleinen Ortschaft Hedwigshof, die für viele als idyllischer Rückzugsort gilt, herrscht eine besorgniserregende Situation: Zunehmender Verkehrslärm strapaziert die Nerven der Anwohner. Die L35, die durch den Ort führt, erlaubt Kraftfahrern eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, und Bürgermeister Thomas Kröchert hat nun alle Hände voll zu tun, um die Sorgen der Bevölkerung zu adressieren. Wie nordkurier.de berichtet, haben Klagen und eine Petition der Einwohner bereits mehrmals nachdrücklich auf die Problematik hingewiesen.

Hedwigshof wird nicht nur von der L35, sondern auch von der nahegelegenen A20 und der ehemaligen B96 stark belastet – und das hat seine Folgen. Viele Anwohner klagen über Gesundheitsprobleme, die von Schlafstörungen bis hin zu Stress reichen. Inmitten dieser anhaltenden Lärmbelastung tastet sich die Gemeinde an Lösungen heran, wobei der Bürgermeister bereits eine Anfrage für ein Tempolimit von 70 km/h gestellt hat. Doch die Antwort der unteren Verkehrsbehörde fiel ernüchternd aus: Es liege kein erhöhtes Sicherheitsrisiko vor, und es habe seit langem keine Unfälle an dieser Stelle gegeben.

Mangelnde Hoffnung auf eine Lösung

Trotz der Überzeugungsversuche des Bürgermeisters zeigt sich die Aussicht auf eine rasche Verbesserung der Situation als düster. Die Möglichkeit, Maßnahmen wie Schutzwälle oder -pflanzungen zu ergreifen, wird diskutiert, doch die Umsetzung bleibt unklar. Kröchert äußerte, dass er keine schnelle Lösung für das Lärmproblem der A20 erwarte, da diese eine höhere Priorität habe.

Der Hintergrund der aktuellen Herausforderungen wird auch durch die EU-Umgebungslärmrichtlinie deutlich, die bereits 2002 erlassen wurde und darauf abzielt, ein hohes Gesundheits- und Umweltschutzniveau zu garantieren. Laut umweltbundesamt.de obliegen Kommunen die Verantwortung, einen Lärmaktionsplan zu erstellen, der als Antwort auf die steigenden Lärmbelastungen dient.

Rechtliche Grundlagen und EU-Vorgaben

Die Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates setzt sich explizit mit der Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm auseinander. Die EU hat festgestellt, dass Umgebungslärm ein ernstes Umweltproblem darstellt, und gibt den Mitgliedstaaten die Aufgabe, Strategien zur Lärmminderung zu entwickeln. Die gesetzlichen Grundlagen wurden in Deutschland durch das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) angepasst, das auch Paragrafen zur Lärmminderungsplanung umfasst.

Diese europäischen Vorgaben sollen diese Maßnahmen weiterentwickeln und sicherstellen, dass schädliche Auswirkungen des Umgebungslärms vermieden werden. Dabei sind die Anwohner von Hedwigshof zumindest über die Fortschritte in der Lärmminderungsplanung räumlich informiert. Doch bis die Lärmkarten und Aktionspläne in der Region tatsächlich eine Wirkung entfalten, könnte noch viel Wasser den Fluss hinunterfließen.

Die Situation in Hedwigshof zeigt einmal mehr, dass der Kampf gegen den Verkehrslärm nicht nur ein lokales, sondern auch ein überregionales Problem darstellt – eines, das nicht so schnell gelöst werden kann. Öffentlichkeitsarbeit und beharrliches Dranbleiben an der Sache sind hier dringend nötig.