Häusliche Gewalt: Unsichtbare Leiden der Frauen in Pasewalk sichtbar machen!
Pasewalk 2025: Häusliche Gewalt bleibt ein drängendes Problem. Beratungsstelle bietet Unterstützung und Informationen.

Häusliche Gewalt: Unsichtbare Leiden der Frauen in Pasewalk sichtbar machen!
Es ist eine harte Realität, die viele Frauen und auch Männer in Deutschland täglich erleben müssen: Häusliche Gewalt bleibt oft unsichtbar, obwohl jeder dritte Frau im Laufe ihres Lebens betroffen ist. Diese erschreckenden Statistiken werden in einem Artikel des Nordkurier thematisiert. Dabei passiert es fast täglich, dass Frauen durch Partner oder Ex-Partner getötet werden, was als Femizid bezeichnet wird.
Doch was genau versteckt sich hinter dem Begriff häusliche Gewalt? Es sind nicht nur körperliche Übergriffe, sondern auch psychische Gewalt, wie Bedrohungen, Beschimpfungen und Kontrolle. Frauen sind überwiegend die Betroffenen, jedoch auch Männer sind nicht gefeit vor dieser Art von Gewalt. So berichtete das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dass fast die Hälfte der Frauen mit Behinderungen sexuelle Gewalt erlebt hat, was die komplexe und besorgniserregende Problematik verstärkt.
Ein schleichender Prozess
Häusliche Gewalt zeigt sich häufig in einem schleichenden Prozess, in dem erste Warnsignale oft nicht erkannt werden. Zu Beginn einer Beziehung geben sich Täter häufig charmant und einnehmend, doch bald folgt Abwertung und Isolation ihrer Partnerin. So werden Frauen oft durch finanzielle Abhängigkeiten, ständige Anrufe oder die Nutzung von Tracking-Apps kontrolliert. Die Scham und das Verantwortungsgefühl, insbesondere bei gemeinsamen Kindern, hält viele Frauen in diesen Beziehungen gefangen und hindert sie daran, den ersten Schritt zur Veränderung zu wagen.
Wie die Beratungsstelle in Pasewalk betont, ist das Öffnen gegenüber vertrauten Personen oder Beratungsstellen der erste Schritt zur Befreiung. Diese Beratungsstelle wird demnächst umziehen, die Telefonnummer bleibt jedoch gleich: 03973 2049975. Rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, der jährlich am 25. November gefeiert wird, finden in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Aktionen statt, um auf das Thema aufmerksam zu machen und Unterstützung anzubieten. Außerdem wurde die Broschüre „Langer Atem“ erstellt, die wertvolle Informationen bereitstellt.
Die Zahlen sprechen Bände
Statistiken zeigen die Realität von häuslicher Gewalt und Partnerschaftsgewalt deutlich. 2023 waren etwa 181.000 Opfer von häuslicher Gewalt, davon waren 71 Prozent Frauen. Knapp vier von fünf Fällen der Partnerschaftsgewalt betreffen ebenfalls Frauen. Laut Informationen von Statista wird jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt.
- 167.865 Menschen wurden 2023 Opfer von Partnerschaftsgewalt, wobei etwa 133.000 davon Frauen waren.
- Jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexualisierter Gewalt durch den aktuellen oder früheren Partner.
Besonders betroffen sind auch Frauen mit Behinderungen, die zwei- bis dreimal häufiger von Gewalt betroffen sind. Diese schockierenden Zahlen verdeutlichen, dass häusliche Gewalt weit verbreitet ist und oft im persönlichen Umfeld oder im sozialen Nahbereich stattfindet. Die ansteckenden Scham- und Schuldgefühle führen häufig dazu, dass Frauen nicht einmal zur Polizei gehen, selbst wenn sie Gewalt erleben.
Helfen können Außenstehende, indem sie Interesse am Thema zeigen und Betroffenen Anlaufstellen wie die Beratungsstelle in Pasewalk anbieten. Auch die Hilfetelefonnummer „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016 steht bereit, um Hilfe zu leisten und Betroffene zu unterstützen. Die stärkste Waffe gegen diese Form der Gewalt ist das Bewusstsein in der Gesellschaft und der Mut, darüber zu sprechen.