Aurich demonstriert: Gemeinsam gegen Gewalt und Abschiebungen in Syrien!
In Aurich protestierten am 15.01.2026 Bürger gegen Gewalt in Syrien und Abschiebungen, organisiert von Linken und Kurden.

Aurich demonstriert: Gemeinsam gegen Gewalt und Abschiebungen in Syrien!
Am vergangenen Samstag versammelten sich in Aurich zahlreiche Menschen, um gegen die zunehmende Gewalt in Rojava sowie die geplanten Abschiebungen nach Syrien zu protestieren. Unter dem Motto „Stoppt die Angriffe auf Rojava“ wurde die Demonstration vom Linken-Kreisverband Aurich und dem Demokratischen Gesellschaftszentrum der Kurden organisiert. So sollte auf die alarmierende Situation in der autonomen Region im Nordosten Syriens aufmerksam gemacht werden, die seit Jahren unter massiven Angriffen leidet.
Die Veranstaltung begann um 15.30 Uhr an der Auricher Sparkassenarena und führte schließlich zu einer Kundgebung am Marktplatz. „Wir zeigen Solidarität mit Rojava und fordern ein Ende der Abschiebungen“, rief Sultana Alim, eine Vertreterin der Kurden in Aurich. Diese Abschiebungen sehen Kritiker als inakzeptable Unterstützung für Regime, die für Gräueltaten verantwortlich sind.
Die Situation in Rojava
Rojava, das seit 2013 für Demokratie und Gleichberechtigung steht, wird seit langer Zeit von gewaltsamen Konflikten heimgesucht. Insbesondere die jüngsten Berichte über Angriffe durch die Dschihadistenkoalition Haiat Tahrir Al-Scham (HTS) und die syrischen Regierungstruppen werfen ein düsteres Licht auf die Lage der Zivilbevölkerung. Schätzungen zufolge leben viele Menschen in provisorischen Unterkünften, einige aus der Region Afrin, die 2018 von der Türkei besetzt wurde. Dies berichtet auch die Nachrichtenplattform nd-aktuell, die die Not der Menschen in den Camps um Tabqa beschreibt, wo Hunderte unter schwierigen Bedingungen leben müssen.
Nach dem Machtwechsel von HTS im November 2024 kamen die Ängste der Bewohner umliegender Regionen vor weiteren Angriffen hinzu. „Wir müssen auf die Not der Geflüchteten aufmerksam machen, die oft nur mit der Kleidung am Leib ihre Heimat verlassen mussten“, betont Patrick Humke, der stellvertretende Kreisvorsitzende der Linken. Umso drängender ist das Thema der politischen Verantwortung in Deutschland, wo die Bundesregierung finanziell Abschiebungen fördert.
Politik, Solidarität und Unterstützung
Die Bundestagsabgeordneten von vier Parteien äußern sich besorgt zu der aktuellen Eskalation in Syrien und fordern eine sofortige Deeskalation. Die Politik der Bundesregierung wird auch von den Demonstrierenden scharf kritisiert. Im Zusammenhang mit den Abschiebungen wird die öffentliche Kritik laut, während die Linke ein Grundrecht auf Asyl und die Unterstützung der autonomen Region Rojava einfordert.
„Wir können nicht tatenlos zuschauen, wie die Menschen in Rojava ihrer Freiheit beraubt werden und wie die Bundesregierung ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den autoritären Regierungen dieser Region aufrechterhält“, sagt Alim.
Es ist eine Zeit des Wandels und des Aufbruchs. Die Selbstorganisation in den Camps, wo Frauen sich zusammenfinden und für Gleichberechtigung eintreten, zeigt, dass trotz der widrigen Umstände die Hoffnung auf eine bessere Zukunft lebt. Im Jineolojî-Zentrum beispielsweise setzen kurdische und arabische Frauen starkes Zeichen für den Frieden und gegen Gewalt.
Dieser Kampf um Rechte und Gerechtigkeit ist nicht nur ein kurdisches Anliegen, sondern betrifft uns alle. Der Dialog muss weitergeführt werden, damit die Stimmen derjenigen, die unter einem ungerechten System leiden, gehört werden. Die Sicherheit und das Wohlergehen der Geflüchteten aus Syrien, dem Iran und der Türkei stehen dabei im Vordergrund und sind nicht nur eine lokale, sondern eine globale Verantwortung.