Neuer Prozess gegen Black Axe: Bandenbetrug und Love-Scams aufgedeckt

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Ein neuer Prozess in Delmenhorst betrifft fünf Angeklagte, die bandenmäßigen Betrug und Geldwäsche im Zusammenhang mit der "Black Axe" vorgeworfen werden.

Ein neuer Prozess in Delmenhorst betrifft fünf Angeklagte, die bandenmäßigen Betrug und Geldwäsche im Zusammenhang mit der "Black Axe" vorgeworfen werden.
Ein neuer Prozess in Delmenhorst betrifft fünf Angeklagte, die bandenmäßigen Betrug und Geldwäsche im Zusammenhang mit der "Black Axe" vorgeworfen werden.

Neuer Prozess gegen Black Axe: Bandenbetrug und Love-Scams aufgedeckt

Der Fall der „Black Axe“ hat in Delmenhorst erneut für Schlagzeilen gesorgt. Am 15. Januar 2026 startete vor dem Landgericht Oldenburg ein neuer Prozess, der einem kriminellen Netzwerk gewidmet ist, das sich mit bandenmäßigem Betrug und Geldwäsche beschäftigt. Im Fokus dieser Anhörungen stehen fünf Angeklagte im Alter von 43 bis 49 Jahren, die alle mit einer Vielzahl an illegalen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden. Diese neuen Vorwürfe kommen nicht ganz überraschend, denn bereits Ende 2025 wurden drei weitere Angeklagte wegen ihrer Verstrickungen in die „Confraternity Black Axe“ verurteilt.

Die Anklage dieser fünf Männer umfasst insgesamt 66 Taten, die hauptsächlich im Rahmen von „Love Scamming“ begangen wurden. Dabei handelt es sich um eine perfide Methode, bei der Online-Plattformen genutzt werden, um unter dem Vorwand einer romantischen Beziehung Geld von ahnungslosen Opfern zu ergaunern. Die Taten führten dazu, dass Geschädigte aus ganz Deutschland und dem europäischen Raum teilweise mehrere tausend Euro verloren, wie der Weser-Kurier berichtet. Es gibt sogar einen besonders krassen Fall, bei dem die summe von 48.000 Euro überwiesen wurde. Zudem sind auch Rechnungsbetrug und andere finanzielle Vergehen Teil der Anklage.

Ein komplexes Netz von Verbrechen

Die ermittelnden Behörden haben ein internationales Geflecht ausgemacht, das hinter diesen Betrügereien steckt. So wurde etwa geschätzt, dass die Gesamtschadenssumme durch die Machenschaften der „Black Axe“ in Deutschland rund 1,8 Millionen Euro beträgt. Auch das Bundesnachrichtendienst (BND) sowie das bayerische Landeskriminalamt (LKA) haben Berichte erstellt, die die Dimensionen und die Strukturen dieser kriminellen Organisation belegen, deren Wurzeln in den 1960er und 1970er Jahren aus studentischen Bruderschaften erwachsen sind.

Besonders frappierend ist eine Anekdote aus einem früheren Verfahren: In einem Fall wurde ein 46-jähriger Delmenhorster verurteilt, der gestand, Mitglied der Bruderschaft zu sein und an zahlreichen Betrugs- und Geldwäschehandlungen beteiligt gewesen zu sein. Seine Strafe beträgt fünf Jahre Haft, was die Dimensionen dieser Verhandlung verdeutlicht – es ist die erste Verurteilung in Deutschland wegen der Mitgliedschaft in der „Black Axe“, die im Volksmund oft als nigerianische Mafia bezeichnet wird.

Internationale Dimensionen

Im Zusammenhang mit den Aktivitäten von „Black Axe“ zeigt sich auch eine besorgniserregende internationale Dimension. Die Staatsanwaltschaft hat nun sogar von einem internationalen Täternetzwerk gesprochen, das in mehrere Länder hineinreicht. Tagesspiegel hebt hervor, dass die „Love Scam“-Masche sich über Grenzen hinweg erstreckt. In einem anderen Beispiel soll eine Frau sogar 235.000 Euro an Betrüger überwiesen haben, die sich falscher Identitäten bedienten. Derartige Machenschaften zeigen, wie weitreichend die Aktivitäten dieser Gruppen sind und wie viele Menschen sie in Gefahr bringen.

Die Verhandlungen vor dem Landgericht Oldenburg dauern bereits seit einigen Wochen und sollen bis Mitte Juni fortgesetzt werden. Vier der Angeklagten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Die Berichte sind alarmierend. Die Detektive arbeiten intensiv daran, das Netzwerk zu zerschlagen, mit verschiedenen rechtlichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen. Hierbei könnte auch der Einsatz internationaler Kooperationen entscheidend sein, wie es die aktuellen Ermittlungsergebnisse zeigen.

Schlussendlich wird in dieser Causa deutlich, dass die Bekämpfung solcher internationalen Betrugsnetzwerke einen hohen Stellenwert einnimmt und dass die deutschen Behörden hier Kraftanstrengungen unternehmen, um nicht nur die Täter, sondern auch die Strukturen zu zerschlagen, die solch verheerende Auswirkungen auf die Gesellschaft haben.