Göttinger Blitzer als Weihnachten gefeiert: Wer hat die Verkleidung gemacht?
In Göttingen wurde ein Blitzer zu Weihnachten verkleidet. Unbekannte beschmieren Weihnachtsmarkt-Stände mit politischen Parolen.

Göttinger Blitzer als Weihnachten gefeiert: Wer hat die Verkleidung gemacht?
Ein kurzes aber kreatives Weihnachtsgeschenk für die Göttinger: An Heiligabend trugen Unbekannte Kreativität zur Kassler Landstraße in Göttingen bei. Sie verwandelten einen Rundumblitzer, der für die Überwachung der Geschwindigkeitsverstöße zuständig ist, in eine festliche Attraktion, indem sie ihm eine Nikolausmütze und ein lächelndes Gesicht anbrachten. Bilder von diesem blühenden Blitzer fanden schnell ihren Weg in verschiedene Gruppenchats, versehen mit dem amüsanten Kommentar „Heute gibt es keine Fotos“. Doch der Spaß währte nicht lange: Am ersten Weihnachtstag war das fröhliche Antlitz verschwunden, die Mütze allerdings blieb erhalten. Die Polizei Göttingen bestätigte, dass sie nichts mit der Rückverwandlung des Blitzers zu tun habe und keine Informationen zu den Tätern vorliegen, die sowohl die Verkleidung als auch die anschließende Enthüllung veranlasst hatten.
In der Zwischenzeit wurden die festlichen Tage jedoch von weniger erfreulichen Nachrichten überschattet. Am Dienstag, den 16. Dezember 2025, kam es auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt zu Sachbeschädigungen, die ein trübseliges Bild abgaben. Unbekannte hatten es auf mehrere Stände, Tische und die Umrandung des berühmten Gänseliesel-Brunnens abgesehen und diese mit politischen Parolen beschmiert. Ähnliche Aktionen finden in verschiedenen Städten statt, was die Diskussion über die Sicherheit auf Weihnachtsmärkten in den Mittelpunkt rückt. Die Polizei kam durch einen Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes, der die Schmierereien zwischen 04:00 und 05:00 Uhr entdeckte, in Kenntnis. Bislang gibt es noch keine Hinweise auf die Täter und die Höhe des Schadens bleibt unklar. Das Staatsschutzkommissariat hat die Ermittlungen aufgenommen und ruft Zeugen zur Mithilfe auf. Nähere Informationen können unter der Telefonnummer 0551/491-2115 eingeholt werden.
Sicherheit auf Weihnachtsmärkten: Ein heißes Thema
Das geschilderte Vorfall auf dem Weihnachtsmarkt ist Teil einer größeren Problemstellung. Die Sicherheit auf Märkten ist ein heikles Thema, insbesondere angesichts der Anforderungen, die an die Veranstalter gestellt werden. Wie kommunal.de anmerkt, haben viele Städte ihre Sicherheitskonzepte nach den Ereignissen des vergangenen Jahres überarbeitet. Diese umfassen unter anderem bauliche Schutzmaßnahmen gegen mögliche Fahrzeugangriffe und erweiterte Ordnungsdienste. Die Verantwortung für eine sichere Durchführung dieser Veranstaltungen liegt nicht allein bei den Veranstaltern, sondern ist auch primär eine staatliche Pflicht. Trotz dieser nötigen Maßnahmen, die häufig kostspielig sind, entstehen immer wieder Defizite, was die Durchführung von Weihnachtsmärkten erschwert.
Die Diskussion um Sicherheitskosten wird immer lauter. Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass unausgegorene Sicherheitskonzepte, wie jüngst in Magdeburg, dazu führen können, dass Weihnachtsmärkte im Keim erstickt werden. Auch in anderen Orten, wie Overath, mussten Märkte aufgrund finanzieller Lücken in der Sicherheitsplanung abgesagt werden. Politische Forderungen nach einer stärkeren finanziellen Unterstützung bei Sicherheitsmaßnahmen sind also mehr als gerechtfertigt. Der Schwalm-Eder-Kreis zeigt, dass durch interkommunale Zusammenarbeit Kosten gesenkt und Sicherheitsniveaus erhöht werden können.
Während sich die Göttinger an Heiligabend an dem fröhlichen Blitzer erfreuen konnten, haben die Vorfälle auf dem Weihnachtsmarkt einmal mehr die Herausforderungen verdeutlicht, denen sich Sicherheitskräfte und Veranstalter stellen müssen. Ein kreativer, aber auch ein besorgniserregender Zustand, der zeigt: In der festlichen Zeit bleibt die Sicherheit der Bevölkerung eine zentrale Herausforderung für alle Beteiligten.