Schrankenwärter am defekten Übergang: Gefahr für alle in Hameln!
Bahnübergang Wehler Weg in Hameln vor Herausforderung: defekte Schranke, Einsatz von Schrankenwärtern und bevorstehende Sanierung.

Schrankenwärter am defekten Übergang: Gefahr für alle in Hameln!
Einmal mehr steht der Bahnübergang Wehler Weg in Hameln im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Automatikschranke am vielbenutzten Übergang hat den Geist aufgegeben, und Ersatzteile sind nicht mehr zu beschaffen. Damit müssen seit mehreren Monaten Schrankenwärter die Sicherheit an dieser Stelle gewährleisten, ein Zustand, der sich voraussichtlich mindestens ein weiteres Jahr hinziehen wird. Laut der Dewezet ist die automatische Schließfunktion des Übergangs seit dem Sommer defekt, weshalb der behelfsmäßige Einsatz der Schrankenwärter notwendig wurde. Diese schützen sowohl Fußgänger als auch die Technik vor möglichen Gefahren.
Besonders bemerkenswert ist, dass der Bahnübergang Wehler Weg auf der Sanierungsliste der Deutschen Bahn steht. Die Sanierung ist für 2024 eingeplant, was die Situation vorübergehend entschärfen könnte. Doch bis es soweit ist, müssen die Schrankenwärter aufpassen: „Wir helfen den Menschen, sicher über die Gleise zu kommen“, so ein Mitarbeiter vor Ort.
Risiko und Rückgang der Unfälle
Zu beachten ist die allgemein steigende Aufmerksamkeit auf die Sicherheit an Bahnübergängen. Ein schwerer Unfall im Februar 2023 in Hamburg, bei dem ein ICE-Fahrgast ums Leben kam und 24 weitere verletzt wurden, hat deutlich gemacht, wie ernst die Lage ist. Die RND berichtet, dass die Deutsche Bahn plant, die Anzahl der Bahnübergänge in Deutschland weiter zu reduzieren, um Unfallgefahren entgegenzuwirken. In den 1990er Jahren gab es noch 28.000 Bahnübergänge, 2023 waren es nur mehr 15.820.
In Niedersachsen ist die Situation ähnlich. Während die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen in den letzten Jahren gesunken ist, ist das Unfallrisiko für Anwohner beim Vorübergehend-Sperren eines Übergangs statistisch erhöht. Über 95% der Unfälle sind auf menschliches Versagen zurückzuführen, sei es durch Unaufmerksamkeit oder Leichtsinn. Daher ist die Aufklärungskampagne „Sicher drüber“ besonders wichtig. Diese soll die Menschen über die Gefahren am Bahnübergang sensibilisieren.
Die Schrankenwärter und ihre Aufgaben
Die Schrankenwärter am Wehler Weg haben es nicht leicht. Die DB hat ihnen eine neuntägige Ausbildung angedeihen lassen und stellt klare Anforderungen: Mindestalter 18 Jahre, Hauptschulabschluss sowie gute Deutschkenntnisse sind ein Muss. Ihre Aufgabe ist es nicht nur, den Verkehr zu regeln, sondern auch im Notfall zu handeln. Die Tagesschau weist darauf hin, dass ein neues Höchstmaß an Unfällen an Bahnübergängen im Jahr 2025 erwartet wird. Das reiht sich ein in die steigenden Anforderungen an die Sicherheit und die Verkehrserziehung.
Jedes Mal, wenn ein Zug naht, müssen die Schrankenwärter alle Hände voll zu tun haben, um Missverständnisse zu vermeiden. „Die Züge werden uns telefonisch angekündigt, damit jeder auf der sicheren Seite ist“, erklärt ein Stationsleiter. Verbindungspunkte wie diese sind lebenswichtig, denn der Bremsweg eines Zuges ist lang und die Sicherheit der Passanten steht immer an oberster Stelle.
Zu den täglichen Herausforderungen gehören auch die ungeduldigen Fahrer, die nach der Durchfahrt der Züge nicht schnell genug die Gleise räumen möchten. Doch nicht nur die Menschen sind ein Risikofaktor – auch die Technik ist störanfällig. „Wir setzen mobil ein, was wir haben“, sagt ein Schrankenwärter und zeigt auf die filigrane, vorübergehende Anlage mit oberirdischen Kabeln.
Die Zukunft des Wehler Wegs wirft ein Licht auf die gegenwärtige Situation der Bahnübergänge in Deutschland. Mit der geplanten Sanierung und dem Fokus auf die Reduzierung gefährlicher Übergänge hofft die Deutsche Bahn, den sicherheitstechnischen Herausforderungen Herr zu werden. Ein Schritt, der dringend notwendig ist, um das Unfallrisiko nachhaltig zu senken.