Stahl-Alarm! Salzgitter und ThyssenKrupp auf Rekordkurs – was steckt dahinter?

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Salzgitter erzielt starke Aktiengewinne (+30,48%) dank steigender Stahlpreise und außenwirtschaftlicher Entwicklungen.

Salzgitter erzielt starke Aktiengewinne (+30,48%) dank steigender Stahlpreise und außenwirtschaftlicher Entwicklungen.
Salzgitter erzielt starke Aktiengewinne (+30,48%) dank steigender Stahlpreise und außenwirtschaftlicher Entwicklungen.

Stahl-Alarm! Salzgitter und ThyssenKrupp auf Rekordkurs – was steckt dahinter?

Die Aktien der deutschen Stahlunternehmen zeigen aktuell eine beeindruckende Performance. Salzgitter und ThyssenKrupp ziehen kräftig an, was die Anleger und Analysten gleichermaßen erfreut. Wie boerse-social berichtet, hat Salzgitter in der letzten Woche um bemerkenswerte 30,48% zugelegt, während ThyssenKrupp mit einem Plus von 11,02% auftrumpfen konnte. Völlig im Trend liegt die voestalpine mit einem Anstieg von 8,4% und auch ArcelorMittal, das einen Zuwachs von 5,91% verzeichnete.

Ein Blick auf die Monatsentwicklung zeigt ebenfalls positive Tendenzen. Salzgitter kann auf einen Gewinn von 17,56% zurückblicken, während voestalpine mit 16,78% ebenfalls kräftig zulegte. Bei ThyssenKrupp hingegen fiel die Performance mit 0,15% eher bescheiden aus. Markante Ausreißer sind zu beobachten: Im Jahr 2025 liegt die ThyssenKrupp-Aktie bereits bei einem Plus von fantastischen 139,99%, nachdem sie im Vorjahr noch um 37,88% gefallen war. Ebenso erfreut dürfte Salzgitter über das Jahr hinweg sein, denn die Aktie hat um 124,87% zugelegt, trotz eines Rückgangs von 43,43% im Vorjahr.

Äußere Einflüsse und Marktdynamik

Der aktuelle Anstieg der Aktienpreise wird nach der Aktionär durch die steigenden Preise für Eisenerz und Stahl angekurbelt. In Asien kletterten die Notierungen für diese Rohstoffe auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Beispielsweise stiegen die Eisenerzpreise in Singapur um knapp drei Prozent. Der Hintergrund: Ein gigantisches Bauprojekt in China, das sich über 167 Milliarden Dollar beläuft und als das größte Wasserkraftwerk der Welt gilt, treibt die Nachfrage nach Stahl und anderen Rohstoffen erheblich an.

Interessanterweise war die Salzgitter-Aktie in der Vorwoche aufgrund einer gesenkten Gewinnprognose unter Druck geraten. Preis- und Gewinnprognosen wurden durch Unsicherheiten in der Konjunktur und durch Zollkonflikte zwischen den USA und der EU beeinflusst, was die Branche zusätzlich unter Druck setzte. Dennoch zeigt sich eine langfristige Zuversicht, insbesondere im Hinblick auf den Rüstungssektor, der zur Umsatzverbesserung von Salzgitter beitragen könnte.

Stahlmarkt und zukünftige Entwicklungen

Die Stahlbranche wird stark von internationalen Handelsbedingungen beeinflusst. Wie Stockfinder erläutert, können US-Stahlzölle problematische Auswirkungen auf die europäische Stahlindustrie haben. Bis zu 3,7 Millionen Tonnen Stahlexporte sind gefährdet. Deutschland, das rund eine Million Tonnen Spezialstahl in die USA exportiert, wird besonders betroffen sein.

Gleichzeitig gibt es auch positive Entwicklungen: Länder wie die Türkei und Vietnam profitieren von den aktuellen Handelsbedingungen und investieren in neue Produktionskapazitäten. Die britische Regierung hat ebenfalls erhebliche Mittel bereitgestellt, um die heimische Stahlindustrie zu unterstützen, insbesondere in der Dekarbonisierung.

Alles in allem zeigt der Stahlmarkt, dass er mehr ist als nur ein Wirtschaftssektor – er ist ein Barometer für industrielle Produktion und globale Handelsbeziehungen. Die sich verändernden Handelsvorgaben und Zollbedingungen haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Kostenstruktur der Stahlproduktion und letztlich auch auf die gesamte Wirtschaft.