Hass und Hetze im Netz: Polizei warnt vor dramatischem Anstieg!
Wilhelmshaven verzeichnet ansteigende Online-Hasskriminalität. Polizei ergreift Maßnahmen gegen Bedrohungen und Beleidigungen.

Hass und Hetze im Netz: Polizei warnt vor dramatischem Anstieg!
In der Region Wilhelmshaven und Friesland ist ein besorgniserregender Anstieg von Hass und Hetze im Internet zu verzeichnen. Dies berichtet die NWZ Online und weist darauf hin, dass insbesondere die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland betroffen ist. Der Pressesprecher Ole Peuckert kündigt für 2025 eine Zunahme von Bedrohungen und Beleidigungen an, die in der kommenden polizeilichen Kriminalstatistik aufgeführt werden.
Die Hemmschwellen sind im digitalen Raum offenbar deutlich niedriger als im echten Leben. Schnell wird ein Gefühl der Anonymität angenommen, was dazu führt, dass viele Menschen sich erbost oder unüberlegt zu Wort melden. Man könnte sagen, da liegt was an, wenn wir über die Herausforderungen reden, die die Polizei bei der beweissicheren Zuordnung von Tathandlungen zu den Tätern hat. Oft sind es emotionale Diskussionen, besonders bei politischen oder gesellschaftlichen Themen, die zu diesen Übergriffen führen.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die rechtlichen Grundlagen für solche Straftaten sind klar definiert. Die Meinungsfreiheit ist zwar ein geschütztes Grundrecht, sie endet jedoch dort, wo die Rechte anderer verletzt werden. Beleidigungen gemäß § 185 StGB oder Bedrohungen gemäß § 241 StGB können ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Je nach Schwere der Taten drohen Geld- oder Freiheitsstrafen.
Thilo Wijk, ein Kommunikationswissenschaftler, hebt hervor, dass die vermeintliche Anonymität des Internets bewirkt, dass Menschen sich aggressiver verhalten. “Man muss aufpassen, wie man online auftritt, da man im Netz auch Täter sein kann”, so Wijk. Vor allem prominente Persönlichkeiten sind oft Ziel solcher Angriffe.
Aufklärung und Unterstützung für Betroffene
Die zunehmende Sensibilisierung der Gesellschaft führt dazu, dass mehr Menschen solche Angriffe melden. Unterstützungsangebote wie von HateAid und respect! stehen bereit, um Betroffenen von digitaler Gewalt zu helfen. Bei Cyberstalking etwa, das auch den Straftatbestand der Nachstellung erfüllt, können sich Opfer an spezialisierte Organisationen wenden.
Für die Verfolgung bestimmter Straftaten ist ein Strafantrag erforderlich. Daher ist es von großer Bedeutung, Beweismaterial zu sichern: E-Mails, Screenshots und URLs sollten dokumentiert werden. In den sozialen Medien sind die Anbieter verpflichtet, einen Meldeweg für strafbare Inhalte einzurichten.
Die aktuelle Situation verlangt von uns allen eine höhere Wachsamkeit und Sensibilität im Umgang mit der digitalen Kommunikation. Die Behauptung, dass das Internet ein Raum der Freiheit ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch hier die Regeln des Zusammenlebens gelten müssen. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass auch im Netz ein respektvoller Umgangston herrscht.
Weitere Informationen zu diesen Themen sind auf den Seiten der NWZ Online sowie auf Hilfe Info zu finden.
Wir müssen aus den Erfahrungen lernen und dafür Sorge tragen, die Hemmschwellen für respektvollen Umgang in digitalen Räumen zu steigern, bevor es zu spät ist.