Wilhelmshaven: Chlor-Reinigung sorgt für Aufregung im Wattenmeer!
Der Betreiber des LNG-Terminals in Wilhelmshaven plant, Rohrreinigungen künftig mit Chlor durchzuführen, was Umweltschutzorganisationen alarmiert.

Wilhelmshaven: Chlor-Reinigung sorgt für Aufregung im Wattenmeer!
In Wilhelmshaven wird erneut über die Zukunft der Liquified Natural Gas (LNG)-Terminals diskutiert. Der Betreiber, Deutsche Energy Terminal (DET), plant eine grundlegende Änderung bei der Reinigung der Rohre ihres zweiten Terminals. Anstelle der bisherigen Ultraschalltechnik, die sich als ineffektiv erwies und im Herbst 2025 zu einem Ausfall des Terminals führte, soll nun Chlor in Kombination mit Bioziden zum Einsatz kommen. Ein entsprechender Antrag auf Genehmigung für diese neue Reinigungsmethode wurde bereits eingereicht. Das erste Terminal wird bereits nach dieser Methode betrieben, was die Diskussion um die Umweltauswirkungen anheizt.
Der Wechsel zur Chlorreinigung wird von Umweltschützern, insbesondere von NABU, scharf kritisiert. Sie warnen davor, dass der Einsatz von Chlor und Bioziden das empfindliche Ökosystem des Wattenmeers gefährden könnte, das den Status eines UNESCO-Weltnaturerbes trägt. NABU fordert daher eine Stilllegung des Terminals, sollte die umweltfreundlichere Technik weiterhin versagen und die Umweltbelastung nicht abnehmen. Sie weisen darauf hin, dass die bisherigen Bemühungen, Algen und Muschellarven mechanisch zu entfernen, durch die Ultraschalltechnik nicht genug Wirkung zeigten.
Wettlauf gegen die Zeit
Die Problematik des Terminalausfalls führte dazu, dass Lieferanten abgewiesen werden mussten, was für DET keine leichte Situation war. Angesichts der kritischen Lage betont der Betreiber jedoch, dass man alle gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für die Gewässergüte einhalte. Gut zu wissen, denn in der aktuellen Debatte um die LNG-Infrastruktur in Deutschland spielt das Thema Umweltschutz eine zentrale Rolle. Angesichts der steigenden Nachfrage nach LNG im deutschen Energiemix, der inzwischen etwa 25 % des Primärenergieverbrauchs ausmacht, muss jedoch ein Gleichgewicht zwischen Versorgungssicherheit und Umweltschutz gefunden werden.
Die LNG-Terminals in Deutschland, unter anderem in Wilhelmshaven, haben seit der Einführung des LNG-Beschleunigungsgesetzes im Mai 2022 an Bedeutung gewonnen. Um die Gasversorgung zu diversifizieren, wird der Bau zusätzlicher Terminals forciert. Deutschland plant bis Ende 2024, fünf LNG-Terminals in Betrieb zu haben, um den steigenden Bedarf an Erdgas zu decken.
Die globale Perspektive
Weltweit gibt es derzeit 54 LNG-Terminals in Betrieb, und Europa zeigt sich besonders aktiv in diesem Bereich. Von den globalen LNG-Versorgungszentren sind größere Terminals in Ländern wie Katar und den USA bekannt. Interessanterweise hat sich die USA von einem Erdgasimporteur zu einem herausragenden Exporteur entwickelt. Für Deutschland bedeutet dies, dass eine effektive und umweltschonende Infrastruktur entscheidend ist, um in dieser internationalen Liga mitzuspielen.
Die Herausforderungen, vor denen DET steht, sind also nicht nur lokal, sondern Teil eines größeren Ganzen. Es bleibt abzuwarten, wie die bevorstehenden Entscheidungen über die Reinigungsmethoden ausfallen und welche langfristigen Auswirkungen sie auf die Umwelt und die Energieversorgung in Niedersachsen haben werden. Der Ball liegt jetzt bei den Verantwortlichen – sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus umweltpolitischer Sicht gibt es viel zu regeln.
Radio Jade berichtet, dass …
NDR informiert über …
Wikipedia beschreibt die LNG-Terminals als …