Medikamentenengpass in Schleswig-Holstein: Was Patienten wissen müssen!

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Engpässe bei Medikamenten in Schleswig-Holstein: Aktuelle Situation, betroffene Arzneimittel und wichtige Empfehlungen für Patienten.

Engpässe bei Medikamenten in Schleswig-Holstein: Aktuelle Situation, betroffene Arzneimittel und wichtige Empfehlungen für Patienten.
Engpässe bei Medikamenten in Schleswig-Holstein: Aktuelle Situation, betroffene Arzneimittel und wichtige Empfehlungen für Patienten.

Medikamentenengpass in Schleswig-Holstein: Was Patienten wissen müssen!

In Schleswig-Holstein spitzt sich die Lage bei der Arzneimittelversorgung zwar nicht so dramatisch zu wie vor zwei Jahren, dennoch gibt es derzeit Engpässe bei mehreren wichtigen Medikamenten. Wie NDR berichtet, sind insbesondere Schilddrüsenpräparate, Asthma- und COPD-Mittel, einige Psychopharmaka und Herz-Kreislauf-Arzneien betroffen. Grippemedikamente und Fiebersäfte für Kinder sind zwar vorrätig, doch die Situation kann sich jederzeit ändern.

Betroffene Patienten sollten unbedingt vorsorgen. Es wird empfohlen, Rezepte frühzeitig in der Apotheke einzureichen, um genügend Zeit für die Beschaffung zu haben. Darüber hinaus rät der NDR dazu, aktiv nachzufragen, ob das gewünschte Medikament vorrätig ist, damit schnell Alternativen gefunden werden können. Eine Vernetzung der Apotheken in der Region kann ebenfalls hilfreich sein, um Informationen über Verfügbarkeiten auszutauschen.

Die Situation in Deutschland

Doch Schleswig-Holstein ist nicht allein. Bundesweit ist Deutschland schlecht auf den Winter vorbereitet und mehr als 500 Medikamente gelten als schwer verfügbar, wie Tagesschau berichtet. Besonders kritisch ist die Lage bei Antibiotika für Kinder, Asthma-Mitteln und ADHS-Medikamenten. Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, äußert sich besorgt über die Arzneimittelversorgung.

Ein zentrales Problem stellt die Abhängigkeit von Produktionsstätten außerhalb Europas dar. Wo Deutschland einst als „Apotheke der Welt“ bekannt war, werden heute viele Medikamente in China oder Indien produziert. Ein Umstand, der die Engpässe in der Versorgung erklärt und von Michael Engelmeier, dem Vorstandsvorsitzenden des Sozialverbands Deutschland, als besorgniserregend eingestuft wird. Er fordert eine Stärkung der Produktion in Europa, um zukünftige Engpässe zu vermeiden.

Engpässe und ihre Ursachen

Die Statistik spricht Bände: Im Dezember 2024 waren über 3 Millionen Menschen in Deutschland von Arzneimittellieferengpässen betroffen. Ein echter Alarmsignal, denn solche Engpässe stellen nicht nur logistische Probleme dar, sie beeinträchtigen auch die Patientenversorgung erheblich. Besonders kritisch sind derzeit Lieferengpässe bei Antibiotika, und die Anzahl der jährlichen Meldungen über solche Engpässe liegt im hohen dreistelligen Bereich, oft sogar über 1.000 Fällen.

Die Ursachen sind vielfältig: Von erhöhtem Bedarf über Produktionsprobleme bis hin zur Abhängigkeit von importierten Arzneimitteln. Derzeit befinden sich nur etwa ein Drittel der Produktionsstätten für generische Wirkstoffe in Europa, der Großteil ist in Asien angesiedelt. Das hat zur Folge, dass etwa 65 Prozent der benötigten Chemikalien für die Arzneimittelherstellung importiert werden müssen – eine riskante Lage, die unter Umständen durch Transportprobleme oder geopolitische Konflikte noch verschärft wird. Zudem lassen wirtschaftliche Überlegungen häufig eine Verlagerung der Produktion ins Ausland zu, was die Situation nicht verbessert.

In Anbetracht dieser Herausforderungen fordern Experten mehr Flexibilität und Handlungsspielraum für Apotheken, um den bürokratischen Aufwand zu reduzieren. Ein Gesetzentwurf zur Wiederherstellung dieser Flexibilität soll im Dezember verabschiedet werden und sieht vor, dass Apotheken Medikamente mit gleichem Wirkstoff austauschen und verschreibungspflichtige Medikamente unter bestimmten Bedingungen auch ohne Rezept abgeben können. Der Hausärzteverband unterstützt diese Idee, betont jedoch, dass Apotheker nicht eigenmächtig Wirkstoffe wechseln sollten.

Die Impfquote gegen Grippeviren sollte ebenfalls erhöht werden, um die Bevölkerung besser zu schützen. Die Verbindung all dieser Aspekte zeigt deutlich, dass die Arzneimittelversorgung in Deutschland der Reform bedarf und Verbraucher sowie Gesundheitsdienstleister aufgefordert sind, sich aktiv mit der Situation auseinanderzusetzen, um Lösungen zu finden.