Revolution im Rettungsdienst: Neues Konzept für ME/CFS-Notfälle in Neumünster

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Neumünster entwickelt ein revolutionäres Notfallkonzept für ME/CFS-Patienten, um bessere Versorgung im Rettungsdienst zu gewährleisten.

Neumünster entwickelt ein revolutionäres Notfallkonzept für ME/CFS-Patienten, um bessere Versorgung im Rettungsdienst zu gewährleisten.
Neumünster entwickelt ein revolutionäres Notfallkonzept für ME/CFS-Patienten, um bessere Versorgung im Rettungsdienst zu gewährleisten.

Revolution im Rettungsdienst: Neues Konzept für ME/CFS-Notfälle in Neumünster

In Neumünster tut sich etwas ganz Besonderes im Rettungsdienst! Unter der Leitung von Christoph Trockel, dem ärztlichen Leiter und Facharzt für Anästhesiologie, wird ein innovatives Notfallkonzept für Patienten mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) entwickelt. Dieses Konzept zielt darauf ab, die besondere Gefährdung von ME/CFS-Patienten bei Notfalleinsätzen zu berücksichtigen, da eine falsche Alarmierung oft zu einer akuten Verschlechterung des Zustands führen kann. Die Zahl der betroffenen Menschen ist seit der Corona-Pandemie erheblich gestiegen und wird auf etwa 650.000 geschätzt. Vor der Pandemie waren es ungefähr 250.000.

Bei ME/CFS handelt es sich um eine komplexe Erkrankung, die häufig postinfektiös auftritt, beispielsweise nach Virusinfektionen. Oft sind der Epstein-Barr-Virus, das Influenzavirus oder sogar SARS-CoV-2 Auslöser. Die Symptome sind vielfältig und können in ihrer Schwere stark schwanken, was die Situation für die Betroffenen äußerst belastend macht. Ein gemeinsames Problem unter den Erkrankten ist die Angst vor einer Überreaktion des Körpers, weshalb viele den Notruf scheuen. Pascal Hillgruber, bekannt als Radiomoderator beim NDR und selber ME/CFS-Patient, hat das neue Konzept bereits als „historischen Meilenstein“ bezeichnet, der den Betroffenen endlich die Aufmerksamkeit zukommen lässt, die sie benötigen.

Die Maßnahmen im neuen Konzept

Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, das Wissen über ME/CFS in der Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte zu verankern. Geplante Schulungsformate umfassen sowohl Präsenzschulungen als auch E-Learning-Angebote. Patienten werden gebeten, ihre Diagnose gleich zu Beginn zu kommunizieren, um für alle Beteiligten eine bessere Verständigung zu ermöglichen.

  • Bewegungsarmer Transport
  • Nutzung von Trauma-Beleuchtung im Rettungswagen (reizarmes, blaues Licht)
  • Anpassung von Überwachungsgeräten auf den Nachtmodus
  • Verzicht auf das Martinshorn zur Geräuschreduktion

Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Dosierung von Sedierungsmitteln. Diese können oft eine Verschlechterung des Zustands hervorrufen, was die Behandlung einer ME/CFS-Anfalles besonders herausfordernd macht. Die enge Zusammenarbeit mit Krankenhäusern und Arztpraxen wird dabei unerlässlich sein, um im Notfall bestmöglich handeln zu können.

Künftige Entwicklungen und Ausblick

Die Umsetzung dieses wegweisenden Konzepts im Neumünsteraner Rettungsdienst ist für das kommende Jahr geplant. Der Anstoß soll nicht nur lokal bleiben, sondern letztendlich auch auf Landesebene ausgeweitet werden. Ziel ist es, ein nachhaltiges Bewusstsein für die Bedürfnisse von ME/CFS-Patienten zu schaffen und die versorgenden Dienste im gesamten Land effektiver zu sensibilisieren.

Das Engagement in Neumünster könnte somit nicht nur das Leben der Betroffenen deutlich verbessern, sondern ist auch ein wertvoller Schritt in die richtige Richtung, um die Herausforderungen, die ME/CFS mit sich bringt, anzugehen. Die Details und der Erfolg des Projekts werden mit Spannung erwartet.

Weitere Informationen zur Erkrankung und den Herausforderungen finden sich unter mecfs.de.

Für mehr Hintergründe und aktuelle Entwicklungen über die Thematik der Notfallsanierung und spezifische Maßnahmen zu ME/CFS, werfen Sie einen Blick auf den Beitrag von kn-online.de.