Deutschland in der Krise: Historiker fordert dringend Reformen!
Prof. Dr. Frank Trentmann analysiert die aktuelle Krise Deutschlands und fordert Mut zu Reformen. Im Gespräch mit Bettina Tietjen erörtert er Lösungen.

Deutschland in der Krise: Historiker fordert dringend Reformen!
In Deutschland herrscht gegenwärtig eine unübersehbare Krise. Der deutsch-britische Historiker Prof. Dr. Frank Trentmann hat die Lage genau unter die Lupe genommen und bringt in seinem neuen Buch „Die blockierte Republik“ wichtige Analysen und Denkanstöße mit. Laut ARD Mediathek diskutiert er die Herausforderungen, vor denen die deutsche Demokratie steht, im Gespräch mit Moderatorin Bettina Tietjen. Es sind brisante Themen, die auf dem “Roten Sofa” angesprochen werden, darunter Populismus, Migration und die Wirtschaft. Die Produktion des Gesprächs stammt von Miriam Rumohr, unter redaktioneller Leitung von Stephanie Barrenberg.
Trentmann hebt hervor, dass die aktuellen Schwierigkeiten nicht overrunnend, aber ernst sind. Er fordert mehr Mut zu Reformen, Zuversicht und Pragmatismus. „Umlenken heißt Umdenken“ – dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch seine Argumentation. In seinem Buch analysiert der Historiker, wie Deutschland in diese herausfordernde Situation geraten ist und beleuchtet dabei die Stärken und Schwächen der Demokratie sowie die deutsche Erinnerungskultur. Besonders die Alterung der Gesellschaft und Migration sind zentrale Themen, die es genauer zu betrachten gilt, um Lösungsansätze zu finden, sagt er (Fischer Verlage).
Eine gespaltene Gesellschaft
Interessant ist die aktuelle Umfrage der Körber-Stiftung, die aufzeigt, dass das Vertrauen in die Politik merklich sinkt. Über 60 Prozent der Befragten wünschen sich Politiker mit mehr Macht und Durchsetzungswillen, was in der Bevölkerung auf einen wachsenden Unmut hindeutet. Dabei verlangen viele nach einem erweiterten Handlungsspielraum der Bundesregierung in Krisensituationen. Jedoch lehnt die Mehrheit, ganze 61 Prozent, eine Ausdehnung der Exekutivbefugnisse ohne parlamentarische Zustimmung entschieden ab.
In der aktuellen Debatte um die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung spiegelt sich auch die Sorgen um die Demokratie wider. Über 69 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sehen Populismus als eine Gefahr für unsere demokratischen Strukturen. Dabei besteht ein markanter Unterschied zwischen den Altersgruppen: Während ältere Bürger zu 74 Prozent Populismus als Bedrohung wahrnehmen, sehen nur 60 Prozent der Jüngeren dies so. Auch die regionale Sichtweise ist spannend, denn während 70 Prozent der Westdeutschen Populismus als Risiko betrachten, sind es im Osten nur 64 Prozent.
Wohlstand durch Pragmatismus
Trentmann ist sich sicher, dass Deutschland mehr erreichen kann, als es glaubt. In den geschichtlichen Betrachtungen seines Buches bietet er internationale Vergleiche an und zeigt auf, wie gesellschaftliche Spaltungen, insbesondere die verzerrten Bilder in Ost- und Westdeutschland, zur Polarisierung beitragen. Er mahnt an, dass ein Umdenken notwendig ist, um gemeinsame Lösungen zu finden und zeigt mögliche Auswege auf, die nicht nur Mut, sondern auch die Bereitschaft zu Reformen erfordern.
Deutschland steht an einem Scheideweg, und es liegt an den politischen Entscheidungsträgern sowie an jedem einzelnen Bürger, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Botschaft von Prof. Dr. Frank Trentmann, moderiert von Bettina Tietjen, ermutigt dazu, aktiv an einem Umdenken mitzuwirken, damit die Demokratie den Herausforderungen der Gegenwart gewachsen bleibt.