Bauverzögerungen beim neuen Bahnhof Altona: Experten zweifeln am Plan!
Neuer Bahnhof Altona in Hamburg: Baufortschritt, Verzögerungen und Zukunftsperspektiven bis zur Inbetriebnahme 2027.

Bauverzögerungen beim neuen Bahnhof Altona: Experten zweifeln am Plan!
In Hamburg wird derzeit mit Hochdruck am neuen Fern- und Regionalbahnhof Altona gearbeitet, dessen Fertigstellung für Ende 2027 geplant ist. Die Deutsche Bahn und die Stadt haben sich festgelegt, dass der Bau, der nun seit vier Jahren im Gange ist, trotz gewisser Herausforderungen fortschreitet. t-online.de berichtet, dass es jedoch Zweifel an der Einhaltung des Zeitplans gibt, vor allem durch eine Überprüfung des Bauphasenkonzepts, die durch den anhaltenden Fachkräftemangel nötig geworden ist.
In diesem Zusammenhang wird besonders der Mangel an Plan- und Abnahmeprüfern erwähnt, der bereits zu Verzögerungen bei der S-Bahnstation Diebsteich geführt hat. Der neue Durchgangsbahnhof am Diebsteich ersetzt den alten Kopfbahnhof Altona. Auch die geplante Verlegung der Autoreisezuganlage an die S-Bahnstation Elbgaustraße in Eidelstedt stellt eine strategische Neupositionierung dar. Am alten Standort wird jedoch der unterirdische S-Bahnhof erhalten bleiben.
Herausforderungen durch Fachkräftemangel
Der Fachkräftemangel in Deutschland bleibt auf hohem Niveau und stellt auch die Bauprojekte in Hamburg vor große Herausforderungen. Im Februar 2023 waren laut resus-consult.de rund 778.000 offene Stellen gemeldet. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Bauaktivitäten, sondern gefährdet auch die wirtschaftliche Stabilität. Bauarbeiten sind körperlich anstrengend, schlecht bezahlt und bieten oft begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten, was die Branche für viele unattraktiv macht.
Die Verkehrsexpertin Heike Sudmann hat zudem eine geringe Bauaktivität kritisiert und die ernsthafte Frage aufgeworfen, ob der Zeitplan realistisch bleibt. Der Senat hat bislang kein konkretes Datum für die Eröffnung des neuen Bahnhofs genannt. Laut den aktuellen Planungen könnte der neue Bahnhof möglicherweise ohne Empfangshalle in Betrieb gehen, was die Übergangsphase nochmals komplizierter gestaltet.
Zukunft der S-Bahn-Verbindung
Ein weiteres spannendes Projekt, das die Verkehrsinfrastruktur Hamburgs bereichern könnte, ist ein geplanter neuer S-Bahn-Tunnel zwischen dem Hauptbahnhof und Altona. Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) hat bereits vor einem Jahr angegeben, dass dies eine langfristige Vision ist, die jedoch mit großen Herausforderungen verbunden ist. Laut nahverkehrhamburg.de könnte dieser Tunnel mehrere Jahre in Anspruch nehmen und massive Umbauten erfordern – geschätzte Kosten von rund drei Milliarden Euro inklusive der Umwandlung der bestehenden Gleise sind hierbei nicht ausgeschlossen.
Für die erste Inbetriebnahme des neuen S-Bahn-Tunnels könnte man, sollte alles nach Plan verlaufen, frühestens in 15 Jahren mit den ersten Zügen rechnen. Der Tunnel soll aus zwei eingleisigen Röhren bestehen, die Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h ermöglichen. Angesichts der zahlreichen zu überwindenden Hindernisse könnte der Hauptbahnhof für lange Zeit eine große Baustelle bleiben.
Obwohl die Pläne vielversprechend sind, ist die Realisierung mit erheblichem Aufwand und einem verstärkten Fokus auf die Rekrutierung und Bindung von Fachkräften verbunden. Ein Imagewandel der Baubranche könnte dazu beitragen, mehr Menschen für Berufe im Bau zu begeistern und damit die dringend benötigten Talente zu gewinnen.