Steigende Gewalt gegen Frauen: Alarmstufe rot in Mecklenburg-Vorpommern!
Angriffe auf Frauen im häuslichen Umfeld steigen. Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November in MV.

Steigende Gewalt gegen Frauen: Alarmstufe rot in Mecklenburg-Vorpommern!
In Norddeutschland zeichnet sich ein besorgniserregender Trend ab: Die Gewalt gegen Frauen im häuslichen Umfeld nimmt zu. Das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern berichtet, dass, obwohl die endgültigen Zahlen für das laufende Jahr noch ausstehen, eine Zunahme gewalttätiger Übergriffe zu erwarten ist. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass in den letzten Jahren die Zahlen unerbittlich angestiegen sind, was sowohl die öffentliche als auch die politische Aufmerksamkeit auf das Thema lenkt. Die Situation wird sich in den kommenden Tagen weiter zuspitzen, denn am 25. November steht der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen auf der Agenda, an dem bundesweit Aktionen geplant sind, um auf dieses drängende Problem aufmerksam zu machen.
Im Jahr 2024 gab es in Mecklenburg-Vorpommern 5.249 Opfer häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weit höher liegen, da die Anzeigequote bei Partnerschaftsgewalt laut der Bundeslagebild „Häusliche Gewalt“ nur unter fünf Prozent liegt. Dies ist besonders kritisch, da rund 70% der Opfer Frauen sind – genau 3.673 im Jahr 2024. Die Statistiken zeigen klar, dass (Ex-)Partner in den meisten Fällen die Täter sind, was die gesellschaftliche Debatte über Prävention und Hilfe für Betroffene anheizt.
Fälle von Femizid erschüttern die Nation
Die häusliche Gewalt hat sogar fatalere Züge angenommen: Im Jahr 2023 wurden fünf Frauen durch Partner oder Ex-Partner getötet. Diese Vorfälle sind nicht einfach Einzelfälle, sondern Teil eines beunruhigenden Musters, wie der Fall Derya zeigt, die 2021 durch ihren Partner ums Leben kam. Fast jeden zweiten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner getötet, obgleich viele dieser Taten nicht als plötzliche Handlungen zu betrachten sind – häufig leiden die Frauen über Jahre hinweg unter psychischer und physischer Gewalt. Die gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen müssen hier dringend überdacht werden, wie Experten betonen.
Christina Clemm, eine Fachanwältin für Straf- und Familienrecht, äußert Bedenken über die gerichtliche Praxis, die oftmals niedrige Beweggründe bei den Tätern nicht erkennt. Dies führt dazu, dass viele Mütter in einer ausweglosen Situation gefangen sind, weil Gerichte oft den Umgang mit gewalttätigen Vätern gestatten, was das Leben der Frauen zusätzlich gefährdet.
Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, der international als „Orange Day“ gefeiert wird, sind zahlreiche Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern geplant. In Wismar beispielsweise wird die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ ins Leben gerufen, bei der 130.000 Aktionstüten verteilt werden. Zudem werden symbolisch orangefarbene Schuhe aufgestellt, um die Frauen zu ehren, die durch Femizid ums Leben kamen.
Weitere geplante Aktionen beinhalten das Hissen einer Flagge mit der Aufschrift „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ am Verwaltungsgebäude in Wismar sowie Informationsveranstaltungen in Greifswald, Neubrandenburg und Rostock, die sich mit Hilfsangeboten für Betroffene befassen. In Schwerin wird zusätzlich ein Selbstbehauptungskurs für Mädchen und junge Frauen angeboten, um diese zu stärken und auf die Problematik aufmerksam zu machen.
Die rasant ansteigenden Zahlen von häuslicher Gewalt und Femizid geben allen Grund zur Sorge. Der Handlungsbedarf ist enorm, und die Gesellschaft sollte gemeinsam daran arbeiten, Frauen besser zu schützen und die häufige Inanspruchnahme von Hilfe zu fördern. Die vielen Aktionen zum Orange Day sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, jedoch gilt es, jetzt wirklich zu handeln und auch langfristig Lösungen zu schaffen.
Mit Blick auf die Berichterstattung und Handlungsempfehlungen von Nordkurier, ZDF und BKA wird deutlich, wie wichtig es ist, das Thema Gewalt gegen Frauen eine höhere Priorität in der Gesellschaft einzuräumen und Frauen Mut zu machen, sich Hilfe zu suchen.