Martensmann bringt Wein nach Schwerin: Ein historisches Ritual kehrt zurück!
Am 9. November kehrt der Lübecker Martensmann nach Schwerin zurück, um beim historischen Weinübergabe-Ritual zum Martinstag zu feiern.

Martensmann bringt Wein nach Schwerin: Ein historisches Ritual kehrt zurück!
Der Lübecker Martensmann ist wieder auf Tour und bringt einen Hauch von Tradition nach Schwerin. Am kommenden Martinstag, dem 11. November, wird Stefan Pagel als Lübecker Ratsdiener des 16. Jahrhunderts verkleidet ein 100-Liter-Fass Lübecker Rotspon mit sich führen. Dieser jährlich stattfindende Brauch hat eine spannende Geschichte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht und mittlerweile zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört. Welt berichtet, dass der Martensmann am 9. November in Schwerin ankommen soll, nachdem er unterwegs in Schönberg und Rehna von den dortigen Bürgermeistern herzlich empfangen wird.
Die Stadt Lübeck hat mit diesem Brauch nicht nur ihren eigenen Wein, sondern auch ein Stück Geschichte im Gepäck. Ursprünglich verschickten die Lübecker den Wein zu Ehren des Martinstags, um gesellige Verbindungen zu schaffen und Freundschaften mit den Nachbarstädten zu pflegen. Doch im 19. Jahrhundert geriet dieser Brauch in Vergessenheit, bis er 1990 wiederbelebt wurde. Die erste Weinlieferung nach der Wiederbelebung erreichte Schwerin am 10. November 1991. Heute wird anstelle von weißem Rheinwein der fruchtige Rotspon serviert, der bei den Martensmannfesten für alle zugänglich ist und nicht mehr nur für den Landesherren gedacht ist.
Eine Tradition mit Bedeutung
Der Martinstag selbst, der an den Schutzpatron der Reisenden und Armen, Martin von Tours, erinnert, hat in der Region eine besondere kulturelle Bedeutung. Historisch gesehen gilt dieser Tag nicht nur als Fest der Weingeschenke, sondern auch als Zeitpunkt, an dem Menschen zusammenkommen, um die Gemeinschaft zu feiern. Dazu gehört auch ein Streitgespräch darüber, ob das Weingeschenk aus Lübeck tatsächlich eine Pflicht oder doch mehr ein freiwilliges Geschenk ist, was dem Ritual zusätzliche Würze verleiht.
Die UNESCO hat im Jahr 2020 diesen Brauch als Teil des immateriellen Kulturerbes anerkannt, was seiner Relevanz unterstreicht. Neben dem Lübecker Martensmann wurden an diesem Tag auch zahlreiche weitere Traditionen in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, darunter die Saunakultur aus Finnland und die Taijiquan-Praxis aus China. Genauere Informationen über die jüngsten Eintragungen finden Interessierte auf der Webseite der UNESCO, die auch gute Praxisbeispiele zur Erhaltung des Kulturerbes präsentiert. Unesco gibt hier einen umfassenden Überblick über diese wertvollen Traditionen.
Die Vorfreude auf die Ankunft des Martensmanns in Schwerin wächst, und die Bürger:innen können sich darauf freuen, diese historische und festliche Tradition mitzuerleben. Ein weiterer Grund, die bevorstehende Feier in den Kalender einzutragen und die Gemeinschaft zu stärken, während man die Geschichte eines längst vergangenen Brauches hautnah erlebt.