Strandteppiche: Vorpommerns Küstentradition im Fokus der Kulturerbe-Initiative!

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Entdecken Sie die Geschichte der Pommerschen Fischerteppiche und die Initiative Hille Tieden zur Bewahrung dieses Kulturerbes in Vorpommern.

Entdecken Sie die Geschichte der Pommerschen Fischerteppiche und die Initiative Hille Tieden zur Bewahrung dieses Kulturerbes in Vorpommern.
Entdecken Sie die Geschichte der Pommerschen Fischerteppiche und die Initiative Hille Tieden zur Bewahrung dieses Kulturerbes in Vorpommern.

Strandteppiche: Vorpommerns Küstentradition im Fokus der Kulturerbe-Initiative!

Am Greifswalder Museumshafen wird seit sechs Jahren eine besondere Tradition lebendig gehalten. Die Initiative „Hille Tieden“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Fischerteppiche aus Vorpommern in Erinnerung zu rufen und die damit verbundenen Handarbeitstechniken zu bewahren. Gertrud Fahr und Sebastian Schmidt, die die Initiative gegründet haben, stellen dabei eindrucksvoll unter Beweis, wie kulturelles Erbe lebendig bleiben kann. Wie das NDR berichtet, sind die „Strandteppiche“, die sie produzieren, 190 cm x 90 cm große Tücher aus hochwertiger Biobaumwolle und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Rund 1.000 Strandteppiche verlassen jährlich die Werkstätten, wobei die Gewinne in gemeinnützige Projekte fließen, wie zum Beispiel in Kreativ-Workshops und Knüpfkurse. Diese Kurse sind nicht nur eine Möglichkeit, die Tradition am Leben zu halten, sondern auch eine Chance für Interessierte, selbst Hand anzulegen.

Eine lebendige Geschichte

Die Tradition des Fischerteppichknüpfens hat ihren Ursprung in den 1920er Jahren, als Fischer in Vorpommern durch ein Fangverbot arbeitslos wurden. Sie begannen, handgeknüpfte Teppiche aus Schafwolle zu fertigen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Die ersten Motive stammen von Rudolf und Frieda Stundl, die den Fischern diese Technik lehrten. Diese Nordkurier dokumentierte, dass die Teppiche 1928 entworfen wurden und seitdem die regionalen Naturlandschaften und maritimen Themen widerspiegeln. In der DDR waren die Teppiche unter dem Namen „Freester Fischerteppiche“ bekannt.

Die im Jahr 2023 offiziell anerkannten Pommerschen Fischerteppiche wurden sogar als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet. Dies markiert einen bedeutenden Erfolg für die Initiative und die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren, einschließlich der Stadtgeschichte und Museen, um die Tradition ins öffentliche Licht zu rücken.

Aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne

Doch trotz dieser Erfolge ist das Wissen über die Fischerteppichherstellung gefährdet. Wie Informationen des Arbeitskreises Traditionelle Textilien zeigen, sind heutzutage nur noch wenige ausgebildete Knüpferinnen aktiv, und die Technik steht vor dem Aussterben. Ulrike Sulk, Gisela Zeidler und Helga Grabow sind die letzten ihrer Art. Ihr handwerkliches Geschick könnte bald rar sein, wenn nicht verstärkt in die Ausbildung des Nachwuchses investiert wird.

Die Initiative „Hille Tieden“ plant bereits, das Handwerk durch Workshops und Schulprojekte zu fördern und sucht auch ehemalige Knüpfer, um deren Geschichten zu dokumentieren und das Handwerk zu erhalten. Der Aufbau eines umfangreichen Antrages für die Anerkennung als Weltkulturerbe der UNESCO ist ebenfalls in vollem Gange, unterstützt von einem Recherche-Team, das Fachleute aus verschiedenen Institutionen umfasst.

Fakten zu Fischerteppichen Details
Größe 190 cm x 90 cm
Material Biobaumwolle
Produktion pro Jahr 1.000 Teppiche
Letzte aktive Knüpfer 3 (alle über 70 Jahre alt)
Immaterielles Kulturerbe seit 2023 anerkannt

Die Bemühungen um die Erhaltung der Pommerschen Fischerteppiche sind nicht nur für die Region von Bedeutung. Sie sind ein Spiegelbild des kulturellen Erbes und der handwerklichen Traditionen und zeigen eindrucksvoll, wie Geschichtsbewusstsein und praktische Kunstfertigkeit miteinander verwoben sind.