Flaggen-Streit in Wolgast: Bürger protestieren am Totensonntag!

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In Wolgast wurden am Totensonntag unrechtmäßig Deutschlandflaggen angebracht. Bürgermeister Schröter kritisiert die Aktion.

In Wolgast wurden am Totensonntag unrechtmäßig Deutschlandflaggen angebracht. Bürgermeister Schröter kritisiert die Aktion.
In Wolgast wurden am Totensonntag unrechtmäßig Deutschlandflaggen angebracht. Bürgermeister Schröter kritisiert die Aktion.

Flaggen-Streit in Wolgast: Bürger protestieren am Totensonntag!

In Wolgast, einer kleinen Stadt im Landkreis Vorpommern-Greifswald, wurden in der Nacht zu Sonntag zahlreiche Deutschlandflaggen an öffentlichen Masten angebracht. Diese spontanen Aktionen, die von einer unbekannten Gruppe initiiert wurden, sorgten für Aufsehen und eine klare Reaktion vom Bürgermeister Martin Schröter. Laut dem NDR kritisiert er, dass das Anbringen der Flaggen besonders unpassend sei, da es am Totensonntag stattfand. „Ich habe grundsätzlich kein Problem mit der Sichtbarkeit der Deutschlandflaggen“, so Schröter, „aber so sollte es nicht sein.“

Die Identität der verantwortlichen Gruppe bleibt ein Rätsel, da sie bislang unbekannt ist. Interessant ist, dass die Polizei den Vorfall aufgenommen hat, jedoch keine weiteren Ermittlungen einleiten wird. Der Grund: Das Anbringen von Deutschlandflaggen, sofern sie keine verbotenen Symbole zeigen, ist rechtlich unbedenklich.

Regelungen zur Beflaggung

Um das Verständnis für solche Vorfälle zu vertiefen, lohnt sich ein Blick auf die geltenden Vorschriften zur Beflaggung öffentlicher Gebäude in Deutschland. Diese werden im Beflaggungserlass der Bundesregierung geregelt, der nicht nur die Anordnungspraxis, sondern auch die Beflaggungstage und die Art der zu hängenden Flaggen definiert. Tägliche Flaggenhissungen sind beispielsweise an den Dienstgebäuden der obersten Bundesbehörden in Berlin und Bonn sowie an Bundeswehr- und Bundespolizeigebäuden vorgesehen, wie Wikipedia berichtet.

Aber auch für die Beflaggung an Land- und Kommunalebene gibt es klare Richtlinien. Diese müssen sich zwar oft an den Bundesvorschriften orientieren, können jedoch regionale Besonderheiten und historische Flaggen berücksichtigen. Der Bundesminister des Innern hat zudem die Möglichkeit, Beflaggungen aus besonderen Anlässen anzuordnen, was die Flexibilität über die einheitlichen Regeln hinaus erhöht.

Festlegung von Beflaggungstagen

Beispiele wichtiger Beflaggungstage umfassen den nationalen Gedenktag für die Opfer von Terrorismus am 11. März, an dem Trauerbeflaggung verordnet ist, oder den Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung am 20. Juni, der in voller Höhe beflaggt wird. Das Hissen der Flaggen erfolgt in der Regel von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, jedoch nicht vor 8 Uhr, um eine einheitliche Ordnung zu gewährleisten. Die Vorschriften sind so gestaltet, dass die Reihenfolge der Flaggen leicht nachvollziehbar ist: vom internationalen Status der Flaggen über die Bundesung bis hin zu den Landes- und Gemeindeflaggen, wie in den Leitlinien der Wikipedia nachzulesen ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die unerwartete Aktion in Wolgast ein interessantes Licht auf die Regeln und Gepflogenheiten im Umgang mit der Deutschlandflagge wirft. Auch wenn der Bürgermeister die spontane Beflaggung kritisiert, zeigt der Vorfall, wie vielfältig die Wahrnehmung und der Umgang mit Nationalflaggen in Deutschland sein können.