Hohe Sanierungskosten für Emder Amtsgericht: Fassade bröckelt seit Jahren!
Amtsgericht Emden kämpft seit 2018 mit Wasserschäden, Sanierungskosten von 400.000 Euro ab 2026 im Fokus.

Hohe Sanierungskosten für Emder Amtsgericht: Fassade bröckelt seit Jahren!
In Emden gibt es Probleme, die sich seit 2018 immer stärker bemerkbar machen. Ins Amtsgericht dringt Wasser ein – ein Missstand, der nun angepackt werden muss. Die geschätzten Sanierungskosten für die betroffene Fassade belaufen sich auf nicht weniger als 400.000 Euro, wie NWZ Online berichtet. Die genaue Art der erforderlichen Maßnahmen steht allerdings noch in den Sternen, ob nun die gesamte Fassade bearbeitet oder nur punktuelle Arbeiten nötig sind, wird sich erst im kommenden Jahr entscheiden.
Im Frühjahr 2026 wird eine Fachfirma die Fassade öffnen, um den Ursachen des Wassereintrags auf den Grund zu gehen. Bisherige Interimslösungen wie die Reinigung von Dachrinnen oder Putzarbeiten blieben ohne langfristigen Erfolg. Amtsgerichtsdirektor Henning Deeken weist auf bereits sichtbare Schäden hin: Abgeblätterter Putz und feuchte Treppen sind nur einige der unübersehbaren Probleme, die hier zutage treten.
Geplante Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen
In den letzten Jahren wurden zahlreiche ad-hoc-Maßnahmen ergriffen, um die Lage zu entschärfen. Das staatliche Baumanagement hat zwar keine Gefahren für Mitarbeiter oder Besucher festgestellt, dennoch wurden Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Des Weiteren traten in letzter Zeit auch Probleme bei der Erreichbarkeit auf, denn der Aufzug des Amtsgerichts fiel kürzlich aus.
Das Schadenskataster aus dem Vorjahr wird nun als Grundlage für die weiteren Schritte bei der Sanierung dienen. Die Entscheidung über die Maßnahmen soll laut NWZ Online im Sommer 2026 getroffen werden. Analog zu den Wasserschäden im Emder Amtsgericht haben auch andere denkmalgeschützte Gebäude in Niedersachsen ähnliche Probleme, die bisher ohne nachhaltige Lösungen blieben.
Herausforderungen denkmalgeschützter Gebäude
Denkmalgeschützte Gebäude bringen eine Menge Herausforderungen mit sich. Jede bauliche Maßnahme muss von der Denkmalschutzbehörde genehmigt werden, andernfalls drohen Bußgelder von bis zu 60.000 Euro, wie Auctoa hervorhebt. Das bedeutet viel bürokratischer Aufwand, aber auch steuerliche Vorteile können winken. Sanierungskosten sind etwa zu 100 % über 12 Jahre absetzbar, wenn die Immobilie vermietet wird.
Die Sanierung selbst kann allerdings auch ins Geld gehen. Historische Materialien und Techniken erhöhen die Kosten spürbar – um 20 bis 35 % verglichen mit einem normalen Altbau. Trotzdem sind Denkmalimmobilien meist von den strengen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ausgenommen, was die energetische Sanierung erleichtert.
Energetische Sanierung spezialisierter Gebäude
Ein weiterer Aspekt ist die energetische Sanierung. Historische Gebäude haben spezielle Anforderungen an moderne Heizsysteme, die sich deutlich von denen neuerer Bauweisen unterscheiden. Die Temperaturen müssen oft höher sein, um die großen Räume adäquat zu beheizen. Wärmepumpen sind häufig nicht ideal für denkmalgeschützte Gebäude, es sei denn, umfangreiche Dämmmaßnahmen werden vorgenommen oder sie werden in einem Hybridsystem mit Hochtemperatur-Wärmeerzeugern kombiniert. Modernste Biomasseheizungen oder klassischere Brennwerttechnik mit fossilen Brennstoffen können ebenfalls Lösungen darstellen, wie Energie Spezialisten beschreibt.
Vor diesem Hintergrund wird es entscheidend sein, die spezifische Situation des Emder Amtsgerichts zu analysieren und ein integriertes Konzept für die Sanierung zu entwickeln. Dazu gehört auch die enge Abstimmung zwischen Energieberatern und Denkmalschutzbehörde, um die Geschichte des Gebäudes zu bewahren und gleichzeitig moderneren Anforderungen gerecht zu werden.