Zukunft der Inklusion in Niedersachsen: Eltern fordern Unterstützung für Tim!
Nicole Brammerloh berichtet über die Reise ihres Sohnes Tim, der trotz Trisomie 21 an einer inklusiven Schule in Gifhorn individuelle Förderung erhält.

Zukunft der Inklusion in Niedersachsen: Eltern fordern Unterstützung für Tim!
In Niedersachsen steht das Thema Inklusion mehr denn je im Fokus. Besonders für Familien, die Kinder mit besonderen Bedürfnissen haben, sind die Entwicklungen in den Schulen von großer Bedeutung. Ein prägnantes Beispiel liefert die Geschichte von Nicole Brammerloh aus Wahrenholz, deren Sohn Tim mit Trisomie 21 lebt. Nicole entschied sich, Tim an einer Regelschule einzuschulen, doch nach nur zwei Wochen kam es zu einem Krisengespräch. Die Schulleitung musste einräumen, dass die notwendige Unterstützung für Tim nicht gewährleistet werden kann. Dieser Umstand führte zu dem entscheidenden Schritt, dass Tim in eine Tagesbildungsstätte wechselte, die als „Schule der Zukunft“ gilt. Hier erhält er die maßgeschneiderte Förderung, die er benötigt, was seiner Entwicklung enorm zugutekommt. So berichtet kurt-gifhorn.de, dass Tim dort individuell gefördert und unterstützt wird, was ihn konkret weiterbringt.
Doch das positive Erlebnis könnte bald in Gefahr sein. Denn am Horizont droht eine gravierende Veränderung: Das Land Niedersachsen plant, die Finanzierung für Tagesbildungsstätten zum 31. Juli 2027 einzustellen. Eine Entscheidung, die nicht nur Nicole, sondern viele andere betroffene Eltern in Sorge versetzt. Die Lebenshilfe Gifhorn hat in den letzten drei Jahren eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung gegründet. Doch die Zukunft dieser Einrichtung in Gifhorn und Wittingen bleibt ungewiss. Die Elternschaft hat bereits einen Appell an die Öffentlichkeit gerichtet, um auf die prekäre Lage aufmerksam zu machen.
Inklusion als Bildungsauftrag
In Niedersachsen gilt Inklusion als zentraler Bestandteil des Bildungsauftrags. Die Landesregierung verfolgt ein erweitertes Verständnis von Inklusion, das die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben einschließt. Jedes Kind hat das Recht auf Bildung, das in Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention garantiert wird. Es wird kein Kind aufgrund von Behinderungen der Zugang zu einer bestimmten Schule verwehrt, was ein wesentlicher Fortschritt in der Bildungslandschaft ist. Laut niedersachsen.de wird die inklusive Schule seit dem Schuljahresbeginn 2013/14 verbindlich eingeführt und fortlaufend erweitert.
Zugleich mussten Förderschulen, die den Schwerpunkt Lernen hatten, seit 2013/2014 jahrgangsweise auslaufen, während für andere Förderschulen, wie jene mit dem Fokus auf geistige Entwicklung, weiterhin Perspektiven bestehen bleiben. Die Herausforderungen bleiben jedoch spürbar, zumal die Eltern zwar ein Recht auf inklusive Bildung haben, die Umsetzung an vielen Stellen noch nicht ideal gelingt.
Ein eindringlicher Appell
Die Lage für betroffene Familien wie die von Nicole Brammerloh ist also rundum angespannt. Der Appell an die Öffentlichkeit hebt hervor, dass die Rechte dieser Kinder nicht nur auf dem Papier bestehen sollten. Die persönliche Geschichte von Tim steht stellvertretend für viele andere, die ebenfalls auf eine adäquate Förderung angewiesen sind. Eltern, Fachkräfte und die Politik sind hier gefordert – es liegt viel daran, eine gerechte und unterstützende Bildungslandschaft zu schaffen.