Igel als Delikatesse? Zwei Männer in Cuxhaven wegen Wilderei verhaftet!
Zwei Männer in Niedersachsen wurden wegen illegaler Igeljagd festgenommen. Die Polizei ermittelt wegen Tierschutzverstößen.

Igel als Delikatesse? Zwei Männer in Cuxhaven wegen Wilderei verhaftet!
Was ist da im Landkreis Cuxhaven los? In einer bizarre Angelegenheit hat die Polizei in Osten zwei Männer im Alter von 49 und 50 Jahren festgenommen, die verdächtigt werden, gezielt Igel gefangen zu haben, um diese zu verspeisen. Laut NDR wurde bei einer Kontrolle eines Kleintransporters aus Bremerhaven, informiert durch aufmerksame Zeugen, ein Bataillon von Igeln entdeckt. Im Fahrzeug hatte man zwei gefangene Tiere, während ein weiterer Igel kurz vor der Kontrolle von einem der Männer weggeworfen wurde.
Die Vorwürfe sind nicht zu unterschätzen: Die Männer sehen sich einer Strafverfolgung wegen Verstößen gegen das Bundesnaturschutz- und Tierschutzgesetz gegenüber. Diese gesetzliche Grundlage schützt Igel als besonders geschützte Tiere. Das bedeutet, dass das Fangen, Verletzen oder Töten von Igeln in Deutschland absolut verboten ist. Je nach Bundesland können die Strafen entsprechend hoch ausfallen, in Niedersachsen drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis oder Geldstrafen bis zu 50.000 Euro, wie bussgeldkatalog.org berichtet.
Schutz der Igel und deren Lebensräume
Die gesetzlichen Bestimmungen sind klar: Das Bundesnaturschutzgesetz, das seit 2009 in Kraft ist, legt in § 44 fest, dass das Nachstellen, Fangen oder Töten von wildlebenden Tieren, wie dem heimischen Igel, strengstens verboten ist. Darüber hinaus wird das Beschädigen oder Zerstören ihrer Fortpflanzungs- oder Ruhestätten unter Strafe gestellt, was auf die hohe rechtliche Bedeutung des Igel- schutzes hinweist. Die Vorschriften verbieten zusätzlich, die Tiere in Besitz zu nehmen oder zu kommerziellen Zwecken zu verwenden, wie auf tierarztpraxis-wandsbek.de dargestellt.
Die befreiten Igel wurden nach einer Untersuchung durch das Naturschutzamt lebend ausgesetzt und sind jetzt wieder in ihrer natürlichen Umgebung. Diese Maßnahmen sind entscheidend, da die Igelpopulation in Niedersachsen bereits rückläufig ist. Stefanie Röse von der Igelpflege im Landkreis Cuxhaven äußerte sich besorgt über die erschreckende Situation und warnte vor den Risiken des Igelverzehrs, die durch mögliche Parasitenbefälle bestehen.
Aufruf zur Aufklärung
Die Vorfälle werfen Fragen auf: Warum sind Igel in bestimmten Kulturen als Delikatesse angesehen? Zudem erinnern die Ermittlungen daran, dass es in den letzten zwölf Monaten immer wieder Hinweise auf potenzielle Igel-Jäger gab. Polizeisprecher Stephan Hertz prüft, ob es sich möglicherweise um dieselben Personen handelt. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein für den Schutz dieser Tiere zu schärfen. Der NABU engagiert sich aktiv für die Rettung der Igel und appelliert an die Bevölkerung: Igel sind wertvolle Lividranschaffungsdienste, und ihr Schutz sollte uns allen am Herzen liegen.
Eine wichtige Botschaft lautet, dass die Menschen Igeln helfen sollten, anstatt ihnen zu schaden. Tipps zur Igelhilfe sind vielfältig und beinhalten unter anderem das Errichten von Igelhäusern oder das Schaffen von Überwinterungsplätzen in Form von Laubhaufen. Wer einen hilfsbedürftigen Igel sieht, sollte schnell handeln und eine Igelstation oder einen Tierarzt kontaktieren.