Kitas in Not: Fachkräftemangel steigert Druck auf Familien und Erzieher!

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Fachkräftemangel in Niedersachsens Kitas: Umfrage zeigt steigende Belastungen für Kinder und Eltern. Lösungen gefordert.

Fachkräftemangel in Niedersachsens Kitas: Umfrage zeigt steigende Belastungen für Kinder und Eltern. Lösungen gefordert.
Fachkräftemangel in Niedersachsens Kitas: Umfrage zeigt steigende Belastungen für Kinder und Eltern. Lösungen gefordert.

Kitas in Not: Fachkräftemangel steigert Druck auf Familien und Erzieher!

Der Fachkräftemangel in den niedersächsischen Kitas wird immer dramatischer. Laut einer aktuellen Umfrage der Diakonie Niedersachsen berichten immer mehr Einrichtungen von gravierenden Schwierigkeiten, die sich direkt auf die Qualität der Betreuung auswirken. Besonders belastend ist die Situation für Kinder, deren Eltern und die Erzieher. So gibt es in vielen Kitas kaum mehr Möglichkeiten für individuelle Förderung oder entspannte Gespräche in kleinen Gruppen. Erzieherin Margot Krein hebt hervor, dass die Beziehung zum Kind in dieser angespannten Lage eine zentrale Bedeutung hat.

In Burgdorf scheint die theoretische Personalverfügbarkeit zu bestehen, doch viele Erzieherinnen und Erzieher fallen krankheitsbedingt aus, oft auch dauerhaft. Die unklare Personalplanung führt zu ständigen Änderungen, die die bereits angespannte Situation weiter verschärfen. Die Umfrage ergab, dass 77% der Kitas im Jahr 2025 Gruppen an einzelnen Tagen schließen mussten, was einen Anstieg gegenüber 2022 mit 63% darstellt. Auch die Früh- und Spätbetreuung ist betroffen: 79% der Einrichtungen reduzierten dieses Angebot, im Vergleich zu 76% im Jahr zuvor.

Folgen für Familien

Die Auswirkungen auf die Familien sind dramatisch. 74% der Eltern bestätigen, dass sie unter steigenden Stressleveln leiden, während 46% sich in einer verzweifelten Lage sehen und 39% Existenzängste berichten. Dies wirft die Frage auf, wie man dem Fachkräftemangel entgegenwirken kann. Die Befragten fordern eine angemessene Vergütung für die Ausbildung von Erzieherinnen, die der in anderen Lehrberufen entsprechen sollte. Zudem wird ein besserer Betreuungsschlüssel für kleinere Gruppen gefordert.

Die aktuelle Ausbildungssituation ist bedenkenserregend, da Vollzeit-Auszubildende keine Vergütung erhalten und diese nur mit der Abschaffung des Schulgeldes verbessert wurde. Kultusministerin Julia Willie Hamburg betont zwar die neuen Richtlinien zur Personalgewinnung und verzeichnet Ausbildungsrekorde, doch dies steht im Kontrast zur Realität, dass bürokratische Hürden viele potenzielle Bewerber abschrecken. Zudem verlassen Fachkräfte Kitas nach durchschnittlich fünf Jahren, auf der Suche nach stabileren Arbeitsplätzen.

Zukünftige Perspektiven

Die Perspektiven sind ernüchternd: Zwar gibt es viele Sozialassistenten in Ausbildung, doch sie dürfen nicht alle relevanten Aufgaben übernehmen. Erfahrene Kräfte, die den Betrieb stabilisiert haben, gehen in den Ruhestand, während die Arbeit in der Kita unter den derzeitigen Bedingungen für viele unattraktiv bleibt. Der Deutsche Kita-Verband ruft zu Reformen des Kita-Gesetzes auf und fordert mehr finanzielle Mittel für die Einrichtungen.

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt alarmierende Trends auf: Der Anteil ausgebildeter Fachkräfte in Kitas war im Jahr 2023 mit 71,5% auf einem Tiefstand, im Vergleich zu 75,6% im Jahr 2017. Niedersachsen liegt damit unter dem bundesweiten Wert von 72,5%. Besorgniserregend ist auch, dass mehr als die Hälfte der Kinder nicht nach wissenschaftlichen Empfehlungen betreut wird. Bei unter Dreijährigen sieht es besonders schlecht aus – hier weist der Personalschlüssel stark nach unten.

Es wurde bereits festgestellt, dass die Landesregierung im Sommer vorübergehend die Standards in der Kinderbetreuung senkte, um den akuten Personalmangel abzupuffern. Flexiblere Anforderungen an Vertretungspersonal und der erleichterte Einsatz von Assistenzkräften sollen helfen. Laut dem Fachkräfte-Radar für Kita und Grundschule 2023 wird der Zugang zu bedarfsgerechter Betreuung und eine bessere Personalausstattung jedoch erst durch langfristige Maßnahmen erreicht werden können.

Die Situation ist alarmierend und erfordert sofortige Maßnahmen. Es braucht ein gemeinsames Handeln von Politik, Kommune und Gesellschaft, damit die Qualität in der frühkindlichen Bildung nicht weiter leidet. Der Fachkräftemangel ist nicht nur ein Problem der Kitas, sondern betrifft letztlich das Wohl unserer Kinder und die Zukunft unserer Gesellschaft.