Haftbefehl über Migranten: Kunst wird geschätzt, Menschlichkeit fehlt!
Aida Baghernejad kritisiert in «Guardian» Deutschlands Umgang mit Migranten, während Haftbefehl über Integration und Musik spricht.

Haftbefehl über Migranten: Kunst wird geschätzt, Menschlichkeit fehlt!
Deutschland steht durch die Stimmen von Künstlern und Journalist:innen zunehmend in der Kritik. Besonders die deutsche Kulturjournalistin Aida Baghernejad äußert in einem Artikel im britischen «Guardian» ihre Bedenken. Sie hebt hervor, dass Deutschland die Arbeitskraft von Migranten ausgenutzt habe, ohne diesen eine echte Wertschätzung oder Integration entgegenzubringen. Während die Kunst, die aus dieser Entfremdung entsteht, hoch geschätzt werde, bliebe der Mensch selbst oft im Hintergrund. Starzone berichtet, dass …
In einem anderen Licht zeigt sich die Debatte auch durch die Erfahrungen von Aykut Anhan, besser bekannt als Haftbefehl. In einem Interview mit der Wochenzeitung «Die Zeit» spricht der Künstler von seiner Jugend, die durch einen Aufenthalt im Jugendknast geprägt wurde, und von der Türkei, die er als Rückzugsort beschreibt. Musik habe ihm stets geholfen, und seit seiner Rückkehr nach Istanbul möchte er Jugendlichen Mut machen, an sich und ihre Leidenschaften zu glauben. Seine Perspektiven sind Teil einer größeren Diskussion über die Herausforderungen und Chancen der Integration.
Ein Blick auf die Integrationspolitik
Gerade wenn wir über Integration sprechen, ist es wichtig, die Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen zu betrachten. Bis in die späten 1990er Jahre galt Deutschland nicht als Einwanderungsland, obwohl die Einwanderungszahlen hoch waren. Die Integration wurde lange Zeit den Wohlfahrtsverbänden und Kommunen überlassen. Erst ab den 1970er Jahren forderten Wissenschaftler und Politiker eine aktive Integrationspolitik. Der erste Ausländerbeauftragte Heinz Kühn (SPD) setzte sich 1979 für Anerkennung und Erleichterungen bei der Einbürgerung ein. Ein Meilenstein war das Zuwanderungsgesetz, das am 1. Januar 2005 in Kraft trat und die Integrationsaufgaben in den Händen des Bundes festschrieb. bpb berichtet, dass …
Die Integration selbst wird jedoch nicht nur aus der Perspektive der einheimischen Gesellschaft betrachtet. Es ist ein interaktiver Prozess, der alle gesellschaftlichen Akteure einbezieht. Migrant:innen müssen nicht nur Deutschkenntnisse erwerben, sondern auch die Grundwerte der deutschen Gesellschaft respektieren. Im Gegenzug muss die Gesellschaft Chancengleichheit bieten und Diskriminierung verhindern. In der täglichen Praxis warten auf viele Zugewanderte jedoch erhebliche Herausforderungen – von Sprachbarrieren über Diskriminierung bis hin zu Wohnsegregation. Die Erfahrungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigen, dass Zugänge zu Bildung und Beschäftigung entscheidend sind, um die Integration zu fördern. Newline erläutert, dass …
Aktuelle Herausforderungen und Fortschritte
Ein weiteres zentrales Thema bleibt die öffentliche Wahrnehmung von Migranten, insbesondere von Muslim:innen. Vorurteile und Stereotypen prägen oft die Diskurse und führen zu einer negativen Sichtweise auf diese Gesellschaftsgruppe. Rassismus und Diskriminierung stehen ganz oben auf der Agenda der Integrationsdebatte. Initiativen, wie das Landesantidiskriminierungsgesetz in Berlin, versuchen, den strukturellen Rassismus zu adressieren und ein integratives Miteinander zu fördern.
Die Notwendigkeit für eine effizientere Integrationspolitik wird durch neuere Herausforderungen, wie zum Beispiel die COVID-19-Pandemie, verstärkt. Die Anerkennung der Vielfalt kann zudem zur Schaffung eines solidarischen und respektvollen Zusammenlebens führen. Es ist nun an der Zeit, die Integration als eine wirtschaftliche Notwendigkeit zu begreifen, die nicht nur Migrant:innen, sondern der gesamten Gesellschaft zugutekommt.