Niedersachsen fordert EU zu mehr Klimaschutz in der Autoindustrie auf!
Niedersachsen fordert von der EU neue CO2-Grenzwerte für die Autoindustrie und setzt auf grünen Stahl zur Emissionsreduktion.

Niedersachsen fordert EU zu mehr Klimaschutz in der Autoindustrie auf!
Niedersachsen nimmt in der Klimapolitik eine aktive Rolle ein. Gemeinsam mit zehn anderen Bundesländern hat die niedersächsische Landesregierung unter Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) einen klaren offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) gerichtet. Darin fordern die Politiker, dass bei den CO2-Flottengrenzwerten für die Autoproduktion nicht nur die Abgase, sondern die gesamten CO2-Emissionen eines Fahrzeugs berücksichtigt werden sollten. Dieses Anliegen soll dem Ziel dienen, Anreize für klimafreundlichere Produktionsmethoden zu schaffen, da sich derzeit nur auf die Abgase fokussiert wird.
Laut NDR argumentiert Lies, dass die Einbeziehung von klimafreundlichem Stahl in die Flottengrenzwerte die Auftragslage in der Stahlproduktion verbessern könnte. Die Politik sieht hier durchaus Potenzial, insbesondere für die Stahl- und Autoindustrie in Niedersachsen. Allerdings hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace den Vorstoß kritisiert und als Angriff auf bestehende CO2-Grenzwerte für Autos gewertet.
Rohstoffwende in der Stahlindustrie
Die Stahlindustrie steht in Deutschland für etwa 6 % der gesamten CO2-Emissionen – keine kleine Hausnummer! Der Großteil des Stahls wird noch auf die traditionelle Weise über Hochöfen erzeugt, wo Eisenerz mit Kohle und Koks bei extremen Temperaturen geschmolzen wird. Diese Methode hat zur Folge, dass bis zu 1,7 Tonnen CO2 pro Tonne Stahl produziert werden. Doch es gibt Hoffnung: Mit der Direktreduktion, einer alternativen Methode, die Wasserstoff nutzt, könnte die Emission um bis zu 97,8 % gesenkt werden.
Die Direktreduktion ermöglicht eine CO2-neutrale Stahlproduktion, wenn sie mit erneuerbaren Energien kombiniert wird. Dazu benötigen wir jedoch eine umfassende Umstellung der Infrastruktur und eine stabile wirtschaftliche wie politische Rahmenbedingungen. Emcel hebt hervor, dass diese Prozessumstellung dringend nötig ist, um langfristig die Emissionen zu reduzieren, und zeigt Beispiele wie das Transformationsprojekt SALCOS® der Salzgitter AG auf.
Die Rolle von Politik und Förderung
Die politikgetriebenen Ansätze für eine emissionsärmere Zukunft finden auch hinter den Kulissen statt. Niedersachsen plant, die EU in ihrem Bestreben nach Lockerungen beim geplanten Verbrenner-Aus zu unterstützen, insbesondere für Fahrzeuge mit alternativem Antrieb. Dies könnte zusätzlichen Druck auf die Autohersteller ausüben, um den Umstieg auf nachhaltige Mobilität zu beschleunigen. Lies betont die Wichtigkeit der E-Mobilität und des Bahnverkehrs für die Zukunft des Bundeslandes.
Zusätzlich kommen von der CDU und SPD in Berlin neue Förderungen für E-Autos, um die Branche weiter anzukurbeln. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) steht hinter der Anrechnung von „Grünem Stahl“ im Automobilsektor, sieht dies jedoch nur als eines von vielen erforderlichen Instrumenten. Er fordert emissionsfreie Fahrzeuge bis 2035 und ist sich bewusst, dass die bestehende Infrastruktur und die bezahlbare Energie der Schlüssel zu einer erfolgreichen Transformation sind.
Es bleibt also spannend, wie Niedersachsen und die anderen Bundesländer ihren Einfluss in der EU geltend machen werden, um sowohl die Klimaziele zu erreichen als auch die Wirtschaftsprozesse in der Stahl- und Autoindustrie zukunftssicher zu gestalten. Ein großer Schritt in die richtige Richtung könnte bereits in den kommenden Jahren geschehen. Die Umstellung auf klimafreundliche Technologien in der Stahlindustrie ist nur der Anfang. Vielleicht wird die Stahlindustrie sogar Vorreiter in der Umsetzung nachhaltiger Produktionsmethoden in Deutschland.