Stahlindustrie in Gefahr: Groebler warnt vor massiven Arbeitsplatzverlusten!
Stahlpräsident Groebler warnt beim Stahlgipfel vor Arbeitsplatzverlusten und fordert Maßnahmen zur Sicherung der Industrie.

Stahlindustrie in Gefahr: Groebler warnt vor massiven Arbeitsplatzverlusten!
Was bewegt die Stahlindustrie in Deutschland? Diese Frage steht seit dem heutigen „Stahlgipfel“ im Kanzleramt im Mittelpunkt der Diskussionen. Gunnar Groebler, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, äußerte sich besorgt über die drohende Gefahr eines langfristigen Verlusts von Industriearbeitsplätzen in Deutschland. Mit der Stahlbranche, die bereits stark unter Druck steht, sind besonders industrialisierte Regionen konfrontiert, in denen Verunsicherung und Zukunftsangst herrschen. Groebler betonte die Wichtigkeit, die industrielle Basis des Landes zu sichern, um den sozialen Frieden zu bewahren. Rund 5,5 Millionen Arbeitsplätze, direkt oder indirekt, hängen an stahlintensiven Wertschöpfungsketten, was die Dringlichkeit seines Anliegens unterstreicht.[SAT.1 regional]
Der Stahlgipfel, der eineinhalb Stunden dauerte, wurde von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einberufen und versammelte Vertreter von Industrie, Gewerkschaften sowie Ministerpräsidenten der betroffenen Bundesländer. Inmitten eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds, in dem hohe Kosten und der internationale Wettbewerb stark belasten, hat die Stahlindustrie sowohl mit fallenden Inlandsnachfragen als auch mit steigenden Energiekosten zu kämpfen. So sank die Rohstahlproduktion in Deutschland im ersten Halbjahr 2025 um knapp 12 Prozent, was der tiefsten Produktion seit der Finanzkrise 2009 entspricht.[Tagesschau]
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Deutsche und europäische Stahlhersteller sehen sich einem ungemütlichen Wettbewerb mit asiatischen Konkurrenten gegenüber, die nahezu drei Viertel des globalen Rohstahls produzieren. Vor allem China hat hier die Nase vorn, gefolgt von Indien. Die Europäische Union kommt mit 14 Prozent in der globalen Produktion an zweiter Stelle, doch der deutsche Stahlsektor ist nach wie vor führend innerhalb der EU.[Tagesschau]
Die Branchenvertreter fordern daher robustere Handelsmaßnahmen gegen Preisdumping und wettbewerbsfähige Energiepreise, um das Überleben der Unternehmen zu sichern. Insbesondere die sogenannten „Energy costs“ in Deutschland werden als Wettbewerbsnachteil betrachtet. Gerüchteweise plant die Regierung ab 2026 die Einführung eines staatlich subventionierten Industriestrompreises für energieintensive Unternehmen, was eine erhoffte Entlastung bringen könnte. Dennoch war der Umsatz der Stahlindustrie im Jahr 2024 um 5,3 Milliarden Euro zurückgegangen, was die Krisensituation noch verstärkt. Die IG Metall warnt klar und deutlich davor, ohne wettbewerbsfähige Energiepreise drohe ein massiver Arbeitsplatzabbau in der Branche.[Tagesschau]
Stahlindustrie im Wandel
Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, dass die deutsche Stahlindustrie nicht nur gegenwärtig unter Druck steht, sondern auch vor großen Herausforderungen für die Zukunft. Zwischen 1970 und 2000 schlossen viele Werke – vor allem im Ruhrgebiet – aufgrund von Überangebot und sinkenden Preisen, was zu massiven Arbeitsplatzverlusten führte. Jetzt strebt die Branche eine nachhaltige Transformation an, um den hohen Emissionen entgegenzuwirken, die für rund ein Drittel der gesamten Industrieemissionen in Deutschland verantwortlich sind. Innovative Verfahren, darunter die Diskussion über Wasserstoff als Rohstoff, sollen helfen, die Branche zukunftssicher zu machen.[Statista]
In einem Markt, wo sechs der zehn größten Stahlkonzerne in China ansässig sind, bleibt die Frage, wie die deutsche Stahlindustrie ihre globale Position verbessern kann. Thyssenkrupp beispielsweise muss unverzüglich Kapazitäten abbauen und plant, Tausende von Stellen bis 2030 zu streichen, während im gleichen Atemzug der Fokus auf nachhaltigen Stahl gerichtet wird, um internationale Wettbewerbsbedingungen auf Augenhöhe zu schaffen. Ein unruhiger Weg, aber in der heutigen Zeit ist klar: Da liegt was an, und die Industrie ist gefordert, kreative Lösungen zu finden, um nicht nur wettbewerbsfähig zu bleiben, sondern auch ökologischen Herausforderungen gerecht zu werden.[Statista]