Krebsgefahr durch PFAS: Diese Städte in MV warnen vor Trinkwasser!
Ludwigslust sieht sich besorgniserregenden PFAS-Vorkommen im Trinkwasser gegenüber. Die EU diskutiert strengere Regulierungen für Chemikalien.

Krebsgefahr durch PFAS: Diese Städte in MV warnen vor Trinkwasser!
In den letzten Monaten gab es beunruhigende Neuigkeiten für die Verbraucher in Norddeutschland: Eine umfassende Analyse des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat gezeigt, dass in fast allen untersuchten Trinkwasserproben Spuren von sogenannten Ewigkeitschemikalien, oder per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), nachgewiesen werden konnten. In 42 von 46 Proben waren diese schädlichen Stoffe zu finden, jedoch wurden die derzeit geltenden gesetzlichen Grenzwerte nicht überschritten. Dennoch lässt dies Grund zur Sorge aufkommen, da PFAS im Verdacht stehen, Leberschäden sowie Nieren- und Hodenkrebs zu verursachen.
Wie BUND-Geschäftsführerin Verena Graichen betont, sind PFAS im Wasserkreislauf angekommen – sie finden sich sogar in Mineralwasserbrunnen. Diese Chemikalien werden in der Industrie für die Herstellung von Alltagsgegenständen wie Anoraks, Pfannen und Kosmetik verwendet. Derzeit ist nur ein kleiner Teil der über mehrere Tausend existierenden PFAS-Einzelsubstanzen reguliert. Die Europäische Union plant, strengere Beschränkungen für PFAS einzuführen, da die Risiken der gesundheitlichen Auswirkungen immer deutlicher werden. In den nächste Jahren sind neue Grenzwerte für Wasserproben zu erwarten, die ab 2026 und 2028 zur Anwendung kommen sollen. Drei überprüfte Orte – Zeuthen, Ludwigslust und Güstrow – überschritten bereits jetzt diese künftigen Grenzwerte.
Herstellung und Verwendung von PFAS
Doch wo kommen diese schädlichen Substanzen eigentlich her? PFAS finden ihren Einsatz in zahlreichen Produkten, die an sich harmlos erscheinen. Unter anderem wurden sie seit Jahren in der Produktion von Bekleidung, Küchenutensilien und Kosmetika verwendet. Eine vollständige Regulierung dieser Chemikalien steht noch aus, und die Liste der gefährlichen Stoffe wird laufend aktualisiert. So wurde beispielsweise PFOA und seine Salze seit dem 4. Juli 2020 unter der EU-Richtlinie für persistent organische Schadstoffe (POPs) verboten, und weitere Regelungen sind in Arbeit. Die ECHA (Europäische Chemikalien-Agentur) hat bereits zahlreiche PFAS als Substanzen von sehr hohem Besorgnisgehalt klassifiziert.
Eine weitere Problematik ist, dass PFAS über verschiedene Wege in die Nahrungskette gelangen können. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind Meeresfrüchte, Obst und Eier Hauptverursacher der PFAS-Exposition im menschlichen Ernährungsbereich. Der tolerierbare wöchentliche Höchstwert für bestimmte PFAS liegt bei 4.4 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Hier gilt es für die Verbraucher, ein wachsames Auge auf Lebensmittelsicherheit zu haben, besonders in Bezug auf tierische Produkte und importierte Lebensmittel.
Der Weg nach vorn
Der grassierende PFAS-Befund im Trinkwasser bringt auch einen Appell an alle Verbraucher mit sich: Achten Sie beim Einkauf auf Produkte, die als „PFAS-frei“ gekennzeichnet sind. Indem man seinen Konsum tierischer Produkte reduziert und bewusste Kaufentscheidungen trifft, kann die Aufnahme von PFAS verringert werden. Der BUND fordert zudem eine striktere Regulierung und die Anwendung des Verursacherprinzips – denn eines ist klar: Da liegt was an!
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, wenn es darum geht, wie sich die Situation hinsichtlich der PFAS-Belastung entwickelt. Die EU und die ECHA haben wichtige Entscheidungen zu treffen, die weitreichende Konsequenzen für die Gesundheit und Umwelt mit sich bringen könnten. Verbraucher in Norddeutschland und darüber hinaus sollten wachsam bleiben und sich über die Entwicklungen informieren.
Für weiterführende Informationen zu PFAS und deren Auswirkungen besuchen Sie Nordkurier und ECHA.