Rückgang bei Gütern und Passagieren: MV-Häfen kämpfen 2024!
Wismar ist 2024 Mecklenburg-Vorpommerns zweitgrößter Hafen. Analyse zu Güterumschlag, Passagierzahlen und wirtschaftlichen Herausforderungen.

Rückgang bei Gütern und Passagieren: MV-Häfen kämpfen 2024!
In Mecklenburg-Vorpommern sind die Seehäfen in eine herausfordernde Zeit eingetreten. Laut n-tv verzeichneten die Häfen im Jahr 2024 einen Rückgang beim Güterumschlag und auch bei den Passagieren. Der Güterumschlag sank um 1,7 Prozent und lag damit bei insgesamt knapp 30 Millionen Tonnen. Auch die Zahl der Passagiere fiel um 4,3 Prozent auf rund 3,2 Millionen. Hintergrund ist die wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland sowie bei internationalen Handelspartnern, wie zum Beispiel China.
Besonders auffällig ist der Wert im Rostocker Überseehafen, der mit 23,4 Millionen Tonnen der größte Hafen des Bundeslandes bleibt. Hier betrug der Rückgang beim Güterumschlag 3 Prozent. Interessantes Detail: Trotz dieser herben Einschnitte war Rostock in den letzten zehn Jahren ein echter Aufsteiger – im Vergleich zu den 21 Millionen Tonnen, die 2014 umgeschlagen wurden, ist das eine bedeutende Steigerung.
Rostock bleibt ein Schwergewicht
Rostock darf sich über ein paradoxerweise positives Ergebnis freuen: Im Passagierverkehr wurden rund 2,8 Millionen Gäste registriert, was einem leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Hafen von Sassnitz folgt jedoch mit immerhin 270.000 Passagieren. In Zahlen zeigt sich, dass die Fähr- und RoRo-Güter mit 16,5 Millionen Tonnen den größten Anteil des Gesamtumschlags ausmachen. Auch die Rohölmengen, die in die Pipeline für die PCK-Raffinerie in Schwedt gepumpt werden, spielen eine wesentliche Rolle – hier blieben die Umschlagszahlen stabil bei sechs Millionen Tonnen.
Auffällig ist der Anstieg beim Umschlag von Flüssiggütern, der bei 7,9 Millionen Tonnen blieb. Umgekehrt entwickelte sich der Umschlag von Schüttgut und insbesondere von Kohle negativ, da das Rostocker Kohlekraftwerk aufgrund von Reparaturarbeiten längere Zeit stillstand. Auch im Bausektor zeigte sich das durch einen Rückgang bei Baustoffen.
Investitionen für die Zukunft
Um den Herausforderungen entgegenzuwirken, investierte der Hafen 2024 knapp 18 Millionen Euro in die Infrastruktur. Für das kommende Jahr stehen Investitionen von rund 50 Millionen Euro auf dem Plan. Geschäftsführer Tesch verdeutlichte, dass trotz der Rückgänge der Fokus auf den langfristigen Wachstumstrend liegt – der Hafen hat in den letzten Jahren stetig zugenommen.
Die Situation in der Schifffahrtsbranche insgesamt bleibt angespannt. Die deutschen Seehäfen verzeichneten zwar einen Gesamtumschlag von 274 Millionen Tonnen, das ist ein Plus von 2,3 Prozent. Allerdings befindet sich die Branche auf einem Niveau wie vor 20 Jahren, was angesichts der Herausforderungen, etwa den komplexen Routen und den Aufregungen rund um den Suezkanal, nicht verwunderlich ist. Statista berichtet, dass über 90 Prozent des weltweiten Handelsvolumens auf dem Wasserweg transportiert wird, was die Bedeutung der Seehäfen weiterhin unterstreicht.
Die Schifffahrt muss sich zukunftsfähig aufstellen. Große Reedereien streben an, bis 2050 klimaneutral zu sein – ein ambitioniertes Ziel, das vor allem durch alternative Kraftstoffe wie grünes Methanol begleitet werden soll. Dennoch bleibt die Verfügbarkeit dieser ökologischen Brennstoffe eine große Herausforderung für die Branche.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Mecklenburg-Vorpommerns Häfen vor einer Zeit des Wandels stehen. Die aktuellen Rückgänge könnten zwar vorübergehend sein, doch mit gezielten Investitionen und einem Blick auf die Zukunft bleibt die Hoffnung bestehen, dass sich die Lage bald wieder verbessert – ganz nach dem Motto: „Krisen bieten auch Chancen“.