1300 Menschen in Göttingen: Für ein freies Rojava und gegen Kriegsverbrechen!
Rund 1.300 Menschen demonstrierten in Göttingen für den Schutz der syrischen Minderheiten und gegen Angriffe auf Rojava.

1300 Menschen in Göttingen: Für ein freies Rojava und gegen Kriegsverbrechen!
In Göttingen haben gestern rund 1.300 Menschen für den Schutz aller Minderheiten in Syrien demonstriert. Die Veranstaltung wurde von dem Bündnis Defend Kurdistan und der Göttinger Gruppe von Women Defend Rojava organisiert. Anlass war die besorgniserregende Situation in Nord- und Ostsyrien, wo die Angriffe der syrischen Übergangsregierung und ihrer Verbündeten die Demokratische Selbstverwaltung, bekannt als DAANES, bedrohen. Hierbei vereinten sich Menschen unterschiedlichster Herkunft – kurdische, iranische, ezidische und deutsche – um ein starkes Zeichen zu setzen.
Die Protestierenden wendeten sich nicht nur gegen die Angriffe, sondern auch gegen die Zusammenarbeit Deutschlands und westlicher Staaten mit den Aggressoren, insbesondere al-Dschaulani und Erdoğan. Sie forderten einen sofortigen Stopp dieser Kooperation, die sie als Verrat an den Menschen in Syrien ansehen. Lina Fehmer von Women Defend Rojava betonte in ihrer Rede die erkämpfte Selbstbestimmung der Menschen in der Region und die ständige Bedrohung durch islamistische Kräfte.
Forderungen nach internationaler Unterstützung
Die Aktivist:innen wiesen auf die Gefahr von Massenausbrüchen aus IS-Gefängnissen hin, die durch die Angriffe auf die Region provoziert werden könnten. Daher fordern sie internationale Unterstützung zur Sicherung dieser Haftanstalten und Lager. Konkrete Forderungen umfassen die Benennung von Tätern und Opfern, die öffentliche Verurteilung der Angriffe und die sofortige Beendigung der militärischen Angriffe auf die Selbstverwaltung. Es sei unabdingbar, dass es keine Deals mit Aggressoren gibt und dass die diplomatische Normalisierung unterbleibt, solange Angriffe und Kriegsverbrechen andauern.
Besondere Besorgnis äußerten die Teilnehmenden hinsichtlich der Finanzierungen der deutschen Bundesregierung. Diese sollten ihrer Meinung nach nicht zur Stabilisierung eines Regimes beitragen, das Minderheiten angreift, sondern humanitäre Zugänge und Schutzprogramme unterstützen.
Frühere Proteste und der gesamtgesellschaftliche Kontext
Bei dieser letzten Demonstration in Göttingen forderten die Aktivist:innen zudem ein Ende der Deals mit dem türkischen Regime sowie eine sofortige Ausstellung von Waffenlieferungen. Auch die Öffnung der Grenzen für geflüchtete Menschen wurde vehement gefordert. Es wird nun verstärkt darauf hingewiesen, dass der türkische Staat plant, einen Großangriff auf Kobanê vorzubereiten – eine Stadt, die 2014 gegen den Islamischen Staat kämpfte und heute ein Symbol des Widerstands ist.
In Rojava wird an einem Modell für eine basisdemokratische und ökologische Gesellschaft ohne Staat und Gewalt gearbeitet. Diese Vision bietet nicht nur neue Perspektiven für die Menschen der Region, sondern wird auch als Vorbild für die Geschlechterbefreiung im Mittleren Osten und darüber hinaus angesehen.
Umso wichtiger ist es, dass solche Proteste und die damit verbundenen Forderungen Gehör finden. Der Widerstand will nicht nur im Kleinen Wirkung zeigen, sondern ein Licht auf die globalen Dimensionen der Konflikte werfen, die weit über nationale Grenzen hinausgehen.