Vom Rekordbau zum Schrott: Das Traurige Schicksal der EGF-321 Schiffe

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Entdecken Sie die Geschichte der Eisenbahnfährschiffe EGF-321, die in der DDR gebaut wurden und heute historische Bedeutung haben.

Entdecken Sie die Geschichte der Eisenbahnfährschiffe EGF-321, die in der DDR gebaut wurden und heute historische Bedeutung haben.
Entdecken Sie die Geschichte der Eisenbahnfährschiffe EGF-321, die in der DDR gebaut wurden und heute historische Bedeutung haben.

Vom Rekordbau zum Schrott: Das Traurige Schicksal der EGF-321 Schiffe

In den 1980er Jahren erlebte die DDR in der maritimen Industrie mit dem Bau der Eisenbahnfährschiffe des Typs EGF-321 einen wahren Rekord. Diese imposanten Schiffe waren nicht nur die größten Eisenbahnfährschiffe der Welt, sondern auch die größten, die je in der DDR konstruiert wurden. Gebaut wurden fünf Schiffe zwischen 1984 und 1989 an der Mathias-Thesen-Werft in Wismar, während ein weiteres Projekt aufgrund politischer Umstände nie realisiert werden konnte. Heute, im Jahr 2025, ist der Zustand dieser einst stolzen Flotte ein Schatten ihrer Vergangenheit: Die „Mukran“, das erste Schiff, wurde bereits 2021 in Indien verschrottet, und bei den verbliebenen Schiffen ist ebenfalls mit Veränderungen zu rechnen. Nordkurier berichtet von diesen Entwicklungen.

Der Typ EGF-321 wurde ursprünglich für den Frachtverkehr auf der Route Mukran–Klaipėda konzipiert und war auf den Transport von Gütern, vor allem militärischer Natur, ausgelegt. Mit ihren zwei durchgehenden Eisenbahndecks, einem Umfang von fast 190,5 Metern und einer Kapazität von 103 Güterwagen, waren die Schiffe technologisch fortschrittlich. Besonders hervorzuheben sind die Doppelstockrampen, die eine effiziente Be- und Entladung ermöglichten. Zu den geplanten Fahrzeiten gehörten zwischen 18 und 20 Stunden pro Richtung, wobei die Schiffe für eine Hafenliegezeit von etwa vier Stunden ausgelegt waren. Dass sie aufgrund ihrer Größe und des Konzepts ins Guinness-Buch der Rekorde gelangten, zeigt die Bedeutung dieser Schiffe in der Geschichte der maritimen Technik. Wikipedia bietet dazu weiterführende Informationen.

Politische Umbrüche und Transformation

Die politischen Veränderungen nach 1989 führten dazu, dass die Nutzung der EGF-321-Schiffe sich gravierend änderte. Von den ursprünglichen Plänen blieben viele Ideen auf der Strecke. Die „Mukran“ etwa wurde 1995 für den Passagiertransport umgebaut und als „Petersburg“ zwischen Travemünde und Sankt Petersburg eingesetzt. Dabei diente sie auch dem Transport von Militärausrüstung in der Adria. Die „Klaipeda“, ein weiteres Schiff der Flotte, startete im Jahr 1987, wechselte aber nach den politischen Umbrüchen mehrfach den Eigentümer und das Einsatzgebiet, unter anderem bekannt als „Celtic Mist“ und „Aziz Express“. Wikipedia beschreibt die wechselhafte Geschichte dieser Schiffe eindrucksvoll.

Von den fünf gebauten EGF-321 sind heute noch vier Schiffe aktiv. Die „Vilnyus“ fährt bis heute im Schwarzen Meer, während die „Greifswald“ 1994 umgebaut wurde und nun unter dem Namen „Antey“ zwischen Ust-Luga und Baltijsk verkehrt. Das jüngste Schiff, die „Kaunas“, ist zwischen Algeciras und Tanger Med im Einsatz. Die ursprüngliche Bauweise, die militärisch und wirtschaftlich optimiert war, zeigt eindrucksvoll, wie sich die maritime Industrie im Laufe der Zeit transformiert hat, um sich den Gegebenheiten anzupassen.

Die Reise dieser Schiffe spiegelt das komplexe Gefüge der Geschichte der DDR, den Übergang nach 1990 und die Anpassungen der nachfolgenden Jahre wider. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Schicksale die verbliebenen Schiffe erwarten und wie die maritime Landschaft in Norddeutschland weiterhin geprägt wird.