Ostsee-Hochwasser: Warnungen und aktuelle Pegelstände im Blick!
Aktuelle Informationen zu Ostsee-Pegelständen in Rostock, Warnemünde und Umgebung am 30.08.2025 sowie Sturmflutwarnungen.

Ostsee-Hochwasser: Warnungen und aktuelle Pegelstände im Blick!
Am heutigen 30. August 2025 blickt man in Mecklenburg-Vorpommern auf die Pegelstände der Ostsee. Diese sind für Anwohner und Touristen von großer Bedeutung. In einer Analyse von Messstationen in Städten wie Wismar, Warnemünde, Althagen, Barth, Stralsund, Sassnitz und Greifswald werden die aktuellen Wasserstände im Detail betrachtet. Hierbei sind die Begriffe „Mittleres Niedrigwasser“ (MNW) und „Mittleres Hochwasser“ (MHW) besonders relevant. So liegt das MNW für Warnemünde im Zeitraum von November 2010 bis Oktober 2020 bei durchschnittlich 407 cm, während das MHW mit 617 cm angegeben wird. Historisch betrachtet ist der höchste Hochwasserstand in Warnemünde mit 770 cm am 13. November 1872 gemessen worden, während der niedrigste Stand an einem kalten Herbsttag 1967 bei 332 cm lag. Dies belegt die enorme Variabilität der Wasserstände in diesem Küstengebiet und wie sehr sich die Natur hier austobt.
Wie geht es nun weiter mit den Sturmfluten? Laut der Ostsee-Zeitung werden Sturmfluten in verschiedene Klassen unterteilt: Eine Sturmflut liegt zwischen 1,00 und 1,25 m über dem mittleren Wasserstand, während eine sehr schwere Sturmflut über 2,00 m reicht. Diese Unterscheidung hilft dabei, mögliche Gefahren für die Küstenanwohner frühzeitig zu erkennen. Bei Hochwasser werden die Kommunen durch Hochwasserzentralen, die Polizei oder Feuerwehr gewarnt. Modernste Warnkanäle, die vom Radio bis hin zu sozialen Medien reichen, sorgen dafür, dass alle rechtzeitig informiert werden können.
Die jüngsten Erfahrungen mit Sturmfluten
Die Ereignisse am Meer sind nicht immer freundlich. Im Oktober des vergangenen Jahres kam es zu einer schweren Sturmflut, die Schäden in Höhe von 56 Millionen Euro verursachte. Besonders betroffen war die Stadt Sassnitz, die einen Finanzbedarf von etwa 42 Millionen Euro für die Wiederherstellung ihrer Infrastruktur anmeldete. Dazu kommen noch 6 Millionen Euro, die für künstliche Aufspülungen zur Kompensation des Sandverlustes an Stränden und Dünen erforderlich sind.
Doch was treibt die Sturmfluten an? Laut dem Umweltbundesamt sind starke Winde, die Wassermassen gegen die Küste drücken, die Hauptursache für diese Naturgewalten. Dazu kommen die weltweiten Veränderungen des Klimas, die den Meeresspiegel ansteigen lassen und somit die Ausgangsniveaus für eventuelle Sturmfluten erhöhen. Winden aus westlicher Richtung stellen dabei eine besondere Gefahr an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins dar, während in Niedersachsen Winde aus dem Norden kritisch sind.
Ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft
Die Geschichte der Sturmfluten an der deutschen Küste reicht bis zu 2.000 Jahren zurück. Einige der verheerendsten Ereignisse geschahen in den letzten 100 Jahren, darunter die katastrophale Sturmflut von 1962 in Hamburg. Weitere bedeutende Fluten traten in den Jahren 1976, 1981, 1999 und 2013 auf. Zuletzt, im Jahr 2022, wurden mehrere schwere Sturmfluten an der Nordseeküste registriert. Auch an der Ostsee sind die Wasserstände, die ab einem Meter über dem mittleren Wasserstand als Sturmflut gelten, in den letzten Jahren angestiegen, wie die Messungen in Wismar belegen. Dabei wurden 2017 Werte von 1,83 m und 2019 sogar 1,91 m erreicht.
In der aktuellen Saison 2024/2025 wurden bisher nur drei Sturmfluten registriert, jedoch deutet sich an, dass die Wetterlage im kommenden Jahr wieder intensivere Bedingungen mit sich bringen könnte. Die Veränderungen in den Sturmflutintensitäten lassen sich klar über das jährlich höchste Hochwasser an Ostseepegeln und das höchste Tidehochwasser an Nordseepegeln ablesen, welches eine Periodizität von etwa 50 bis 70 Jahren aufweist.
Die Häufigkeit der Sturmfluten mag nicht zwangsläufig zunehmen, aber die Intensität könnte unter gleichen Wetterbedingungen steigen. So stellt jede Sturmflut eine besondere Herausforderung für die Küstenbewohner dar und erfordert konstante Aufmerksamkeit seitens der Behörden und der Bevölkerung.