Städte fordern Neubau der Bahnstrecke: Zukunft der Mobilität im Norden!
Pressekonferenz in Hannover diskutiert Neubau der Bahnstrecke Hamburg-Hannover zur Entlastung des Schienenverkehrs.

Städte fordern Neubau der Bahnstrecke: Zukunft der Mobilität im Norden!
Am 7. November 2025 trafen sich Vertreter der Städte Hannover, Hamburg und Lüneburg zu einer Pressekonferenz in Hannover, um gemeinsam einen eindringlichen Appell für den Neubau einer Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamburg zu formulieren. Oberbürgermeister Belit Onay von Hannover, Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks sowie Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch waren sich einig: Der Ausbau der bestehenden Strecke wird den Anforderungen nicht gerecht. Stattdessen ist ein Neubau unverzichtbar, um die Nord-Süd-Verbindung zu verbessern und die Verkehrswende zu unterstützen, wie luene-blog.de berichtet.
Die Verkehrsprognosen sind alarmierend. Derzeit ist die Strecke Hannover-Hamburg mit einer Auslastung von 147 Prozent überlastet, was dringend Handlungsbedarf signalisiert. „Ein Neubau der ICE-Trasse ist ein zentraler Baustein für zukünftige Mobilität und erleichtert das Pendlerleben“, betont Onay. Tjarks ergänzt, dass eine bessere Anbindung an die südliche Metropolregion Hamburg nur mit mindestens zwei zusätzlichen Gleisen möglich sei. Die Deutsche Bahn würde durch den Neubau zudem die Fahrtzeit zwischen den beiden Städten um 20 Minuten verkürzen.
Die Herausforderungen des Status Quo
Doch nicht alle sind von der Notwendigkeit eines Neubaus überzeugt. Kritiker verweisen auf einen Kompromiss aus dem Jahr 2015, der einen Ausbau des Abschnitts zwischen Lüneburg und Uelzen vorsah. Ein zusätzlicher Gleis würde jedoch nur eine Kapazitätserhöhung von circa 20 Prozent bringen und die bestehenden Engpässe und Verspätungen nicht beseitigen. „Der Neubau wird als notwendig erachtet, um die Bestandsstrecke zu entlasten und Kapazitäten für den Regionalverkehr zu schaffen“, so Kalisch. Die Diskussion, die bereits seit 1962 geführt wird, bleibt somit komplex und von verschiedenen Positionen geprägt.
Die Entscheidung über die Trasse liegt nun beim Bundestag. Die Deutsche Bahn erwartet, dass eine Entscheidung Ende 2025 oder Anfang 2026 fallen wird. Die Landeregierung von Niedersachsen steht dem Neuplanungsvorstoß jedoch eher kritisch gegenüber und hält am ursprünglichen Plan fest. „Wir müssen alle Möglichkeiten abwägen und die natura und die Bedürfnisse der Regionen im Auge behalten“, sagte ein Sprecher der Landesregierung.
Zukunftsorientierte Mobilität
Die Beispiele und Argumente der Städte zeigen, wie wichtig die Schaffung einer zukunftsfähigen Verbindung in Norddeutschland ist. Mit steigenden Passagierzahlen und einem immer lauteren Ruf nach einer neuen Schienenanbindung ist die Luft dünn. Die Überlastung der bestehenden Strecke hat bereits jetzt negative Auswirkungen auf die Lebensqualität der Pendler. Die Akteure sind sich jedoch einig: Nur mit einem Neubau kann die Mobilität im Norden nachhaltig gesichert und verbessert werden.
Die Bürgerinnen und Bürger können somit auf eine spannende Entscheidung erwarten, die nicht nur ihre täglichen Pendelstrecken beeinflussen könnte, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der Region neu beleben würde. Die Diskussionen über die Zukunft der Schienenanbindung halten uns alle in Atem.