E-Katamaran nach Getriebeproblemen vor Norderney längere Zeit außer Betrieb
E-Katamaran in Oldenburg nach Kollision vor Norderney außer Betrieb. Reparatur bis Samstag erwartet. Erster Elektro-Fährbetrieb in Deutschland.

E-Katamaran nach Getriebeproblemen vor Norderney längere Zeit außer Betrieb
Das Schicksal des ersten deutschen Elektroschiffs, des E-Katamarans, sorgt erneut für Aufregung in der Region. Nach nur wenigen Monaten im Einsatz hat das mit Spannung erwartete Schiff, das seit April 2025 zwischen Norddeich und Norderney verkehrt, seinen Betrieb eingestellt. Die Reederei Frisia informierte, dass technische Probleme mit dem Getriebe aufgetreten sind. Die Entscheidung, das Schiff in die Werkstatt zu bringen, fiel am vergangenen Freitag und katapultiert den Katamaran vorübergehend aus dem Fahrplan. Laut NDR besteht die Hoffnung, dass die Reparatur bis Samstag abgeschlossen ist.
Seit etwa einer Woche sind die Probleme bekannt, doch die Sprecherin der Reederei, Anke Wolff, bleibt optimistisch und äußert, dass man nicht beunruhigt sei. Bei den technischen Schwierigkeiten handele es sich möglicherweise um „Kinderkrankheiten“, die bei einem so innovativen Projekt normal seien. Tröstlich ist, dass die Elektronik des Schiffs, das stolze 8,5 Millionen Euro gekostet hat, nicht betroffen ist. Der Katamaran bietet eine Fahrtzeit von nur 30 Minuten und ist damit doppelt so schnell wie herkömmliche Passagierfähren.
Vergangenheit und Herausforderungen
Doch nicht nur technische Probleme sorgen für Schlagzeilen. Anfang August kam es beim Ablegemanöver im Hafen von Norddeich zu einer Kollision zwischen dem E-Katamaran und einem anderen Fährschiff. Glücklicherweise blieben alle Passagiere und Besatzungsmitglieder unverletzt, wie NWZ Online berichtet. Der Vorfall führte jedoch zu einem etwa 30×30 cm großen Loch oberhalb der Wasserlinie des Katamarans, das umgehend begutachtet wurde. Glück im Unglück: Nach der Begutachtung war das Schiff schnell wieder für den Fährverkehr freigegeben.
Trotz dieser Rückschläge bleibt das E-Schiff ein bedeutender Meilenstein in der deutschen Schifffahrt. Mit dem Umstieg auf Elektromotoren wird nicht nur der CO2-Ausstoß gesenkt, sondern auch der Trend in der Branche hin zu umweltfreundlicheren Alternativen vorangetrieben. Im internationalen Vergleich zeigt sich ein ansteigendes Interesse an Elektroschiffen – in Norwegen beispielsweise fahren bereits über 80 Autofähren elektrisch. Die Nachfrage nach hybriden und reinen Elektroantrieben wächst stetig, wie eine Analyse von DW verdeutlicht.
Ein Blick in die Zukunft
Der Umstieg auf eine emissionsfreie Schifffahrt wird nicht nur in Deutschland, sondern auch international intensiv vorangetrieben. In den nächsten Jahrzehnten sollen die Emissionen der Schifffahrt deutlich gesenkt werden, um die Luftqualität zu verbessern und die Umwelt zu schonen. Die Zeichen stehen also auf E-Mobilität, und der E-Katamaran ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Die Region sieht sich nun in der Pflicht, die Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig auf die Chancen zu setzen, die diese neuartige Antriebstechnik bietet. Also, ob im Hafen oder auf See – die Zukunft der Schifffahrt ist elektrisch und wird hoffentlich bald wieder in vollen Zügen zu erleben sein.